Mahd-Termine zum Schutz der Breitblättrigen Sitter am Röwitzer Pappeldamm festgelegt

Abgemähte Blumen: Lösung für Orchideen gefunden

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Wolfgang Sender, Karsten Bierstedt, Joachim Funke und Hartmut Leneke (v. l.) trafen sich am Röwitzer Pappeldamm, um einen Mahd-Termin für den Weg festzulegen.

Röwitz. „Ich bin froh, dass wir uns einigen konnten und dass es nun endlich dieses Gespräch gab“, zeigte sich der Kuseyer Hartmut Leneke am Donnerstag zufrieden.

Entlang des nicht ausgebauten Weges hinter dem Kunrauer Vorfluter stehen noch einige Exemplare der Orchideenart.

Gemeinsam mit Naturpark-Mitarbeiter Wolfgang Sender, Gordon Strathausen von der Stadt Klötze, Karsten Bierstedt vom Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz des Altmarkkreises Salzwedel, Joachim Funke vom Umweltamt, Hagen Müller vom Unterhaltungsverband Obere Ohre und Thomas Dörwald, Agrargenossenschaft Kusey, wurde bei einem Vororttermin eine Lösung für die am Röwitzer Pappeldamm schwindende Orchideenart Breitblättrige Sitter erarbeitet.Seit zwei Jahren sorgt sich Hartmut Leneke um den Bestand der Pflanzen. Der ländliche Wegebau, der vor zwei Jahren abgeschlossen wurde, und die frühe Mahd der Bankette haben den Bestand der Pflanzen erheblich dezimiert. „Die Breitblättrige Sitter ist eine der häufigsten Orchideenarten in Deutschland. Der Bestand geht zwar zurück, ist aber nicht bedroht“, informierte Wolfgang Sender vorab. Die Pflanze wächst vorrangig im Halbschatten von Gehölzen. Eigentümer des Weges ist die Stadt, gemäht werden die Bankette von den landwirtschaftlichen Betrieben, die den Weg vorrangig nutzen. Wird der Weg nicht regelmäßig gemäht, breiten sich die Gehölze sich schnell aus und überwuchern ihn. „Die Breitblättrigen Sitter erreichen im August bis September ihre Fruchtreife. Durch die frühe Mahd wird das Ausbilden der Fruchtstände unterbrochen“, erklärte Wolfgang Sender. Die Pflanzen können sich somit nicht weiter verbreiten.

Ohne Mahd wächst der Weg zu, weiß Thomas Dörwald.

Lediglich zwei Exemplare der kleinen Orchideen hat Hartmut Leneke in diesem Jahr vom Anfang des Weges aus Richtung Röwitz kommend bis zum Kunrauer Vorfluter gezählt. „Hinter dem Kunrauer Vorfluter geht der Bestand wieder los“, berichtete er. „Hinter dem Vorfluter ist der Weg nicht ausgebaut. Dort können wir auf das frühe Schlegeln verzichten, aber hier vorne nicht. Der Weg wächst sonst zu und das sehe ich nicht ein, dafür wurden Steuergelder bezahlt“, erklärte Thomas Dörwald. Einen noch früheren Mahd-Termin, wie Hartmut Leneke anregte, lehnte Wolfgang Sender ab. „Wenn wir das im April oder Anfang Mai machen, dann stören wir die Brutzeit“, so der Naturpark-Mitarbeiter. „Wir müssen auch nicht 100 Prozent alles bekommen, was die Pflanzen an Samen produzieren. Sie sind nicht bedroht“, erinnerte er.

So einigte man sich auf zwei unterschiedliche Mahd-Termine. Der vordere Bereich von Röwitz bis zum Kunrauer Vorfluter wird von den Landwirten zur gleichen Zeit im Frühjahr wie immer gemäht. Dafür wird der Weg hinter dem Vorfluter erst ab 1. September bearbeitet. Dadurch haben die Pflanzen genug Möglichkeiten, Samen auszubilden. Karsten Bierstedt regte an, dass zudem Samen auch per Hand abgenommen und verstreut werden könnten.

Von Katharina Schulz

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