Brennzeit für pflanzliche Abfälle beginnt am 15. Oktober

Lieber Komposthaufen als Gartenfeuer

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Laub, Äste und andere Gartenabfälle sammeln sich im Herbst reichlich an. Ab 15. Oktober dürfen sie wieder verbrannt werden – der Landkreis setzt lieber auf Kompostierung.

Oebisfelde. Die Saison vieler Klein- und Hobbygärtner neigt sich langsam dem endgültigen Ende zu. Die Beete werden gesäubert und Hecken und Bäume beschnitten. Doch wohin mit den ganzen pflanzlichen Abfällen? Die Zeit für Gartenfeuer beginnt, denn ab Donnerstag, 15.

Oktober, dürfen im Landkreis Börde pflanzliche Abfälle von gärtnerisch genutzten Flächen wieder verbrannt werden.

Allerdings nur für einen kurzen Zeitraum, bis 30. Oktober sind die Gartenfeuer vom Landkreis gestattet. Umweltgesetzliche Rahmenbedingungen zielen darauf ab, Gartenabfälle nicht zu verbrennen, sondern in erster Linie möglichst selbst zu kompostieren, einer Kompostierung zuzuführen, der öffentlichen Grünabfallsammlung zu überlassen oder durch Liegenlassen und Untergraben zu entsorgen und gleichzeitig als Düngemittel zu nutzen. Dieter Torka, Leiter des Fachdienstes Natur und Umwelt des Landkreises Börde, erklärt: „Da jeder, der einen Garten besitzt, auch die Möglichkeit zur Eigenkompostierung hat, darüber hinaus im Landkreis genug Möglichkeit zur Verwertung von Gartenabfällen vorgehalten werden, sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit, das Verbrennen über einen langen Zeitraum zu erlauben.“ Der Landkreis zielt darauf ab, dass eine Verbrennung irgendwann grundsätzlich gar nicht mehr erfolgen muss. Die zwei Wochen im Oktober und im März sind ein Kompromiss, bis das Angebot der öffentlichen Grünabfallentsorgung entsprechend ausgestattet ist, informiert Dieter Torka. Der Gesetzgeber verfolgt mit der vorgeschriebenen Getrennterfassung von Bioabfällen im § 11 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) die Durchsetzung des Grundsatzes „Verwertung vor Beseitigung“, insbesondere, wenn die Beseitigung das Allgemeinwohl, hier die Gesundheit der Menschen, beeinträchtigt, so der Fachmann.

Bereits jetzt gibt es für Gartenfeuer strenge Auflagen. Wer glaubt, er könne es sich mit einer Tasse Glühwein am Samstagabend am heimischen Feuer gemütlich machen, hat weit gefehlt. Denn die Feuer sind gemäß der Brennordnung des Landkreises Börde nur montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erlaubt, samstagabends nur bis 16 Uhr.

Dritte dürfen sich von den Feuern nicht belästigt fühlen und auch der Verkehr darf durch etwaige Rauchentwicklung nicht beeinträchtigt werden. Dazu müssen die pflanzlichen Abfälle ausreichend getrocknet sein, sodass sie mit geringst möglicher Rauchentwicklung brennen. „Der Oktober ist im Regelfall von der Witterung her geeigneter als der nebelige feuchte November“, erklärt Dieter Torka.

Aber Achtung: Bei Wind ab Windstärke vier (Zweige bewegen sich deutlich, Laub und Papier werden vom Boden gehoben), Wind in Richtung zur Wohnbebauung oder Einrichtungen, hoher Luftfeuchtigkeit, mangelndem Luftmassenaustausch sowie Nebel ist das Verbrennen unzulässig, schreibt die Brennordnung vor. Generelles Brennverbot gilt übrigens auch, wenn der Mindestabstand zu Krankenhäusern, Sanatorien, Altenpflegeheimen, Kindergärten und -heimen nicht eingehalten werden kann. Ebenso dürfen Gartenfeuer nicht auf Grundstücken gezündet werden, die weniger als 30 Meter von der Waldgrenze entfernt liegen.

Wer sich nicht an die Brennordnung hält und noch im November ein Gartenfeuer zündet, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und das kann teuer werden. „In Abhängigkeit von der Lage des Einzelfalles können diese mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro geahndet werden“ warnt Dieter Torka.

Von Katharina Schulz

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