Klötzer Graffiti-Künstler zeigen Tricks beim „RoQ keeps equality“-Festival

„Liebe für alle“ in zwei Sprachen

+
Christian Karl sprayte einen Kobold, der den Regenbogen auffängt. Der Helmstedter hatte durch Zufall von dem Workshop erfahren.

Quarnebeck. „Liebe für alle“ lautet die Botschaft der Graffiti-Nachwuchskünstler, die beim Workshop „JungART AltMARK“ im Rahmen des Quarnebecker „RoQ keeps equality“-Festivals (RoQ) das Sprayen lernten.

Mit Handschuhen und Mundschutz ausgerüstet probierte sich jeder erstmal im Umgang mit der Spraydose aus.

Die beiden Klötzer Graffiti-Künstler Marius Förster und Philipp Lange zeigten 16 Interessierten Tricks und Kniffe für die Kunst aus der Spraydose. Am Ende des Workshops sollte aus einer kahlen weißen Bretterwand ein Kunstwerk werden.

Die Teilnehmer zog es aus allen Richtungen zu dem Workshop, der im Nu ausgebucht war. So erzählte Christian Karl aus Helmstedt: „Ich habe davon zufällig im Internet erfahren und fand die Aktion gleich spannend. Ich war noch nie hier und wusste erst gar nicht, dass es hier so ein cooles Festival gibt.“ Besondere Vorkenntnisse brauchte niemand. „Ich habe noch nie irgendwas gezeichnet“, sagte Christian Karl.

Thea Beckmann (l.) und Ida Schulze skizzierten ihre Graffiti-Idee auf ein Blatt Papier.

Marius Förster und Philipp Lange gaben eine kurze Einführung und dann ging es auch schon los. Jeder schnappte sich Handschuhe, Mundschutz und Farbe und sprühte drauf los, um erstmal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie dicke und dünne Striche, Flächen und Linien gestaltet werden können.

Abbas (l.) und Feyzullah schrieben in Persisch.

Anschließend wurden Ideen für das gemeinsame Bild gesammelt. Jeder skizzierte seine Vorstellung auf Papier. Beim Brainstorming wurde dann das Bild gemeinsam entwickelt. Und das Motiv war schnell gefunden: Ein Einhorn spuckt einen Regenbogen, der zu Gold wird und im Topf eines Kobolds landet. An der einen Seite des Bildes eine Stadt aus Hochhäusern, an der anderen eine Moschee, und mittig der Schriftzug „Liebe für alle“ auf Deutsch. Daneben sprayten Abbas und Feyzullah aus Afghanistan den Spruch nocheinmal in ihrer Muttersprache – Persisch.

Christian Karl sprayte einen Kobold, der den Regenbogen auffängt. Der Helmstedter hatte durch Zufall von dem Workshop erfahren.

Rund fünf Stunden arbeiteten die Graffiti-Künstler konzentriert an ihrem Werk. „Das es so gut wird, habe ich nicht gedacht“, erzählte Marius Förster begeistert.

Das Ergebnis des Projekts „JungART AltMARK“, bei dem sich Jugendliche und junge Erwachsene mit den Themen Demokratie, Willkommenskultur und Toleranz auf künstlerischer Weise auseinandersetzten, soll in der Region ausgestellt werden.

Von Katharina Schulz

Kommentare