Stadt hofft auf die Einsicht der Grundstückseigentümer

Laub im Plastiksack bleibt liegen: Entsorgung nur in Bioabfalltüten möglich

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Laub in blauen und schwarzen Plastiksäcken wird in diesem Jahr nicht mehr von der Stadt Oebisfelde-Weferlingen eingesammelt. Nur wenn das Laub in gekauften Bioabfallsäcken verpackt ist, werden diese bei der Abfuhr der Biotonne mitgenommen.

Oebisfelde. Wer in diesen Tagen durch Oebisfelde und die angrenzenden Ortsteile fährt, dem fallen die blauen und schwarzen Plastikmüllsäcke am Straßenrand ins Auge. Die Säcke sind voller Laub.

Bislang wurden diese Säcke von der Stadt eingesammelt und zu einem zentralen Lagerplatz gebracht, von wo aus das Laub von dem vom Landkreis beauftragten Entsorgungsbetrieb abgeholt wurde, erläutert Bürgermeisterin Silke Wolf im AZ-Gespräch das Verfahren. In diesem Jahr hatte der Landkreis der Stadt mitgeteilt, dass das Verfahren zu teuer ist. Die Stadt wiederum kann angesichts der finanziellen Lage – Haushaltssperre – die Entsorgung auch nicht bezahlen. Also wurde im Rathaus entschieden, die bisherige Praxis einzustellen – allerdings bereits mitten in der begonnenen Laubsaison, als viele Grundstückseigentümer ihre Plastiksäcke schon vor dem Grundstück abgestellt hatten. Dort stehen sie nun und warten darauf, dass eine der Seiten einlenkt.

Als Alternative hat die Stadt den Einwohnern angeboten, Bioabfallsäcke zu erwerben. Diese kosten 1,36 Euro pro Sack und werden vom Landkreis mit der Abfuhr der Biotonne abgeholt. Die Biotonne sei im Übrigen, so rät die Bürgermeisterin, eine weitere Alternative, um das eingesammelte Laub zu entsorgen. Aber nicht alle Haushalte nutzen diese Tonne, da sie auf freiwilliger Basis eingeführt wurde. Zudem kommt, wer ein Grundstück mit vielen Bäumen hat, mit einer Tonne nicht weit. „In die Bioabfallsäcke passt aber richtig etwas rein“, hat Silke Wolf selbst ausprobiert und rät den Einwohnern zu diesem Verfahren. Bislang hätten sich im Rathaus nur zwei Personen Säcke abgeholt. Dabei hatte sich die Stadt extra mit Biosäcken bevorratet, um dem Andrang gewachsen zu sein.

Eine andere Alternative für die Grundstückseigentümer ist es, das Laub selbst zu einer der Kleinannahmestellen im Landkreis zu fahren. Die nächstgelegene ist in Haldensleben, dort ist die Abgabe aber kostenpflichtig. Ein Sack mit Gartenabfällen (bis 119 Liter) kostet 50 Cent, für größere Säcke wird ein Euro fällig. Wer einen Hänger voll Gartenabfällen anliefert, muss 7,50 Euro bezahlen, ein Kofferraum voll Laub kostet 2,50 Euro.

Die Verwaltung will bei ihrer Linie bleiben und hofft auf die Einsicht der Grundstückseigentümer, damit sie die Plastiksäcke wieder vom Straßenrand wegholen. Die Bürgermeisterin verweist zudem auf die Straßenreinigungssatzung der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, in der die Eigentümer verpflichtet werden, die Reinigung von Schmutz, Wildkräutern, Unrat und Laub bis zur Straßenmitte zu übernehmen. Zur Entsorgung des Laubs ist allein der Anlieger verpflichtet.

Von Monika Schmidt

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