Stadtwirtschaft soll die Entsorgung übernehmen

Kunrauer Einwohner klagen über zu viel Laub

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Vor allem an der Alten Bahnhofstraße in Kunrau fällt viel Laub an. Die Anlieger, meist Senioren, wünschen sich Big-Bags, die dann von der Klötzer Stadtwirtschaft entsorgt werden sollen.

Kunrau / Klötze. Es ist ähnlich wie mit der Debatte um die Straßenbeleuchtung, die immer dann in den Räten geführt wird, wenn die Tage kürzer werden und es am Abend eher dunkel wird.

Auch die Laubproblematik wird meistens dann angesprochen, wenn die Blätter von den Bäumen fallen.

So auch im Kunrauer Ortschaftsrat am Dienstag. Allerdings hatte das Problem der Laubbeseitigung die Ortschaftsräte auch schon im vergangenen Jahr und in diesem Jahr im März beschäftigt, ohne dass eine Lösung gefunden werden konnte.

Am Dienstag meldeten sich im Kunrauer Schloss einige Anlieger der Alten Bahnhofstraße zu Wort. Vor deren Tür stehen auf der Grünfläche zwischen Straße und Gehweg große Laubbäume. „Das Laub ist jedes Jahr ein Thema“, erinnerte Evelyn Predehl. „Im Alter fällt es nicht leichter, das zu entsorgen.“ Sie erneuerte den Wunsch der Kunrauer nach großen Laubsäcken, sogenannten Big-Bags, wie sie zum Beispiel in Kakerbeck und Arendsee an die Anlieger ausgegeben werden. Die Einwohner harken das Laub zusammen und füllen die Säcke, die dann von den Stadtarbeitern abgeholt und entsorgt werden.

„Für die Gebiete in der Stadt, wo es viele Straßenbäume gibt, sollte das eingeführt werden“, bat die Einwohnerin Ortsbürgermeister Uwe Bock, das Anliegen nach Klötze mitzunehmen. „Irgendwas muss passieren“, schloss sich auch Brigitte Jürges der Aufforderung an. Sie habe in diesem Jahr schon 30 große Säcke Laub vor der Tür zusammengeharkt. „Das könnte die Stadt doch entsorgen, wofür zahlen wir schließlich Grundsteuern?“, fragte sie sich und erinnerte: „Das sind nicht meine Bäume.“

Ortsbürgermeister Uwe Bock ist die Thematik nicht unbekannt, deshalb hatte er sich im Vorfeld bereits mit dem Klötzer Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach kurzgeschlossen. Uwe Bock erklärte: „In der Straßenreinigungssatzung geht es nicht darum, wie alt man ist.“ Es werde von jedem Grundstückseigentümer gefordert, bis zur Straßenmitte zu fegen und den Schnee zu räumen. Wer das aus Altersgründen nicht kann oder als Eigentümer nicht vor Ort ist, muss diese Aufgabe an eine Firma abgegeben. „Die Idee mit den Laubsäcken ist gar nicht so schlecht“, betonte Uwe Bock. Allerdings nütze es nichts, die Säcke anzuschaffen, wenn es nicht genügend Mitarbeiter bei der Stadtwirtschaft gebe, um diese auch zu entsorgen. Er hatte im Selbstversuch getestet, dass das Laub, wenn es festgedrückt ein paar Tage im Sack lagert, zu gären beginnt. Also könnten die Blätter beispielsweise auch in der Biogasanlage Verwendung finden, regte Uwe Bock an. Für Kunrau ergibt sich im kommenden Jahr noch ein anderes Problem, da die Zuwegung zur Ausschachtung hinter dem Bahnhof, in der die Anwohner das Laub entsorgen können, in Privatbesitz ist und ab dem nächsten Jahr nicht mehr genutzt werden kann, hatte der Eigentümer informiert. „Wir müssen dann sowieso eine andere Lösung finden“, kündigte Uwe Bock an. Er sprach sich für die Laubsäcke aus, die dann einmal in der Woche abgeholt werden müssten. Diesem Vorschlag schloss sich auch Burkhard Hartmann an, der erinnerte, dass der Ortschaftsrat bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Die Säcke sollten auf der Bahnhofstraße verteilt werden. „Und wenn sie voll sind, müssen wir Druck auf die Stadtwirtschaft ausüben, dass das abgeholt wird“, schlug der stellvertretende Ortsbürgermeister vor. Er forderte Bürgermeister Matthias Mann auf, sich zu diesem Vorschlag zu positionieren.

Von Monika Schmidt

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