„Handtuchschmaler Hochbordradweg“

Kunrau ist für den Negativpreis „Pannenflicken 2015“ nominiert

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Die Initiative Cycleride hat Kunrau wegen des kombinierten Fuß- und Radweg an der Steimker Chaussee für den Pannenflicken 2015 nominiert. Nicht nur an den einengenden Straßenbäumen sei dieser viel zu schmal und obendrein gefährlich.

Kunrau. Zweifelhafte Ehre für Kunrau. Der Klötzer Ortsteil wurde nun von der bundesweit aktiven „Initiative Cycleride“ für den Pannenflicken  2015 nominiert.

Und tritt damit – eher unfreiwillig – unter anderem gegen Stuttgart, Runkel, Unterhaching, Ibbenbühren, Fehmarn und weitere elf Nominierte an.

Seit zehn Jahren verleiht die Initiative von Radfahrern den Negativpreis für „unzureichende, unzumutbare, unnötige, unbenutzbare und gefährdende Radverkehrsanlagen“. Besonders im Fokus stehen dabei benutzungspflichtige Radwege, die „nie als solche hätten ausgewiesen werden dürfen“. Einen solchen hat die Initiative mit dem Radweg an der Steimker Chaussee (ehemals Breite Straße) in Kunrau gefunden.

Denn während die Kreisstraße 1122 außerorts noch ohne Radweg auskommt, werde es kurz nach dem Ortseingang plötzlich sehr eng. Das Verkehrszeichen „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ (Zeichen 240) zwinge den Radfahrer nun dazu, die um einiges besser beschaffene Fahrbahn der Straße zu verlassen und auf dem viel zu schmalen Hochbord weiterzufahren. Dieser unterschreite die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite von 2,50 Meter deutlich. Und das nicht nur an Stellen, an denen Straßenbäume den Weg zusätzlich einengen und gerade bei Dunkelheit und Nässe für Gefahren sorgen. Auch die Vielzahl von Grundstückseinfahrten auf dem „handtuchschmalen Hochbordradweg“ sieht die Initiative als gefährlich an. Von einer besonderen Gefahrenlage auf der Fahrbahn sei dagegen nichts zu erkennen. Im Gegenteil: Auf der Straße herrsche „oft gähnende Leere“.

Das Fazit der Initiative Cycleride: „Die Benutzungspflicht ist rechtswidrig und muss vollständig aufgehoben werden. Es wäre besser, dieser Weg wäre ausschließlich Fußgängern vorbehalten. Die freuen sich, in Ruhe gelassen zu werden. Notfalls kann der Fußweg auch für Radfahrer freigegeben werden, aber sinnvoll ist was anderes. Sicher ist es auch nicht.“

Mitte diesen Monats werden die Mitglieder der Initiative gemeinsam mit einer aus vier Radfahrexperten bestehenden Fachjury die „Gewinner“ des Pannenflicken 2015 ermitteln.

Von Matthias Mittank

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