Landwirtschaftlicher Betrieb Kunrau GmbH begrüßte Kollegen und Verpächter

50 Kühe auf einmal: Melkzentrum in Kunrau eingeweiht

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Zur Einweihung des neuen Kunrauer Melkzentrums konnten Gabriela Knutzen (kleines Bild v.l.), Leiterin Tierproduktion, Geschäftsführerin Cathrin Sacher und Andreas Diebe, Leiter Pflanzenproduktion, zahlreiche Gäste begrüßen.

Kunrau. Die Entscheidung, dass in Kunrau auch in der Zukunft Milch produziert werden soll, fiel bereits vor zwei Jahren. Gestern konnte nach einem Jahr Bauzeit nun das Resultat dieser Überlegungen – das neue Melkzentrum – von der LB Kunrau GmbH offiziell eingeweiht werden.

Berufskollegen, Vertreter der Baufirmen, Verpächter und Einwohner konnten hierzu auf dem Gelände am Ortsrand bei Speis und Trank begrüßt werden.

Die Möglichkeit, sich durch die Neuinvestition führen zu lassen, wurde rege genutzt. Künftig wird die Anlage deutlich weniger Menschen, dafür aber viele Tiere, genauer gesagt 525 Milchkühe, sehen.

Interessierte erfuhren im Rahmen von Führungen Details zu der rund eine Million Euro umfassenden Investition, die die beiden sogenannten Fischgrätenmelkstände aus dem Jahr 1990 ersetzt. So kann das neue Außenmelkkarussell insgesamt 50 Kühe auf einmal aufnehmen. Wie der Name schon sagt, stehen die Melker (jeweils zwei pro Schicht) nicht wie bei anderen Anlagen innerhalb des Karussells, sondern außen – und zwar auf individuell einstellbaren Hubböden. Vieles läuft automatisiert. Wird das Euter vor dem Melken von den Mitarbeitern noch manuell gereinigt, läuft die anschließende Zitzen-Pflege in Sprühboxen computergesteuert. Fällt den Melkern an der Kuh etwas auf, reicht ein Knopfdruck und das Tier wird nach dem Verlassen des Karussells über ein Selektionstor umgeleitet. „Das funktioniert über einen Chip im Ohr“, erklärte Gabriela Knutzen, Leiterin Tierproduktion, im Gespräch mit der AZ.

525 Kühe sollen demnächst täglich in einer Früh- (3 Uhr) und in einer Spätschicht (15 Uhr) gemolken werden. Statt bislang sechs Stunden werden die Mitarbeiter, für die ein neuer Sozialtrakt geschaffen wurde, hierfür etwa vier Stunden brauchen, schätzt Knutzen ein. Perspektivisch soll die Anzahl der Kühe auf 700 Stück gesteigert, und damit die Kapazität der Ställe ausgeschöpft werden, wie Geschäftsführerin Cathrin Sacher erläuterte. Dafür müsste jedoch zunächst der Milchpreis wieder steigen. Dieser befinde sich mit derzeit 21 Cent auf einem unwirtschaftlichen Niveau. 35 Cent seien nötig, um kostendeckend arbeiten zu können – als die Entscheidung für das neue Melkzentrum fiel lag der Preis bei rentablen 38 Cent.

Im Rahmen der Bauarbeiten wurden vier alte Schweineställe auf dem Kunrauer LB-Gelände abgerissen. Der neugeschaffene Freiraum wurde gestern für eine Maschinenschau genutzt. Neben den Milchkühen gibt es noch knapp 200 rotbunte Mutterkühe auf den Drömlingsweiden. Der 36 Mitarbeiter umfassende Betrieb bewirtschaftet insgesamt 2200 Hektar Land. Ein weiteres Standbein stellen Masthähnchen dar.

Von Matthias Mittank

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