Lesesommer XXL verbindet Lesen mit modernen Medien / Klötzer Bibliothek macht bei Aktion mit

Kombi Buch/Computer kommt an

+
Coolman oder Drei ???-Kids, 100 % Mädchen und Pferdebücher – das sind derzeit die Renner in der Klötzer Kinderbibliothek. Diese Reihen sind auch mit dem Antolin-Aufkleber versehen, können also beim Lesesommer XXL bewertet werden, erklärt Ilka Prager.

Klötze. Die erste Ferienwoche ist schon rum. Wer vom Faulenzen oder Freibadbesuch genug hat, der kann ein Buch zur Hand nehmen und etwas lesen: In der Klötzer Bibliothek ist wieder der XXL-Lesesommer gestartet.

Bei dieser Aktion der Landesfachstelle der Bibliotheken in Sachsen-Anhalt können angemeldete Schüler im Alter von zehn bis 13 Jahre zu den Büchern, die sie gelesen haben, Fragen beantworten. Wer das für mindestens zwei Bücher gemacht hat, bekommt am Ende der Ferien ein Zertifikat.

Allerdings, und das räumt Ilka Prager von der Kinderbibliothek ein, wirbt sie nicht mehr damit, dass das Zertifikat auch im Zeugnis Berücksichtigung finden kann. Denn dieser Vorschlag der Veranstalter im Land stieß bei den Bildungseinrichtungen im Raum Klötze bislang nicht auf positive Resonanz. Überhaupt war Ilka Prager in diesem Jahr bei der Werbung für den Lesesommer eher zurückhaltend: Sie verzichtete darauf, alle Schulen anzuschreiben oder die Klassen persönlich aufzusuchen, so wie sie dies noch im Vorjahr gemacht hatte. Das Ergebnis war nicht so berauschend. „Es gibt genügend Kinder und Jugendliche, die regelmäßige Nutzer bei uns in der Bibliothek sind“, betont Ilka Prager. Viele lesen auch im Sommer zahlreiche Bücher, verzichten aber darauf, sich für den Lesesommer extra anzumelden.

Bislang gibt es nur fünf Anmeldungen in diesem Jahr für die Aktion, obwohl in der Kinderbibliothek stets viel Trubel herrscht. Wer noch mitmachen möchte, hat dazu bis zum 5. August die Möglichkeit. Die angemeldeten Teilnehmer bekommen von der Bibliothek einen Zugang für das Internetportal Antolin. Dort stehen die Fragen, die zu den Büchern beantwortet werden müssen. „Schummeln geht nicht“, betont Ilka Prager. Die Fragen lassen sich nur dann beantworten, wenn die Kinder die Bücher auch tatsächlich gelesen haben. Und sie können auch nicht zweimal Fragen für ein Buch beantworten, es müssen also tatsächlich zwei verschiedene Bücher gelesen werden. Für die Teilnehmer ist das kein Problem, denn die Auswahl ist groß. Die Bücher, die bei Antolin registriert sind, haben einen speziellen Aufkleber und sind so in der Bibliothek leicht zu identifizieren. Es gibt nicht mehr, wie in den Anfangsjahren der Ferienaktion, spezielle Regale, in denen die Bücher aus dem normalen Bestand gesondert aufgestellt wurden.

„Um die Zukunft der Kinderbibliothek mache ich mir keine Sorgen, denn es gibt genügend Kinder, die lesen“, ist Ilka Prager beruhigt. Sie hofft allerdings, dass das Land die Ankündigung umsetzt, den Lesesommer schon für Kinder ab acht Jahren im kommenden Jahr zu öffnen. Denn besonders die Jüngeren lassen sich mit der Kombination aus Lesen und anschließend dazu im Internet zu surfen, leicht begeistern. „Antolin macht wirklich Spaß“, findet Ilka Prager. Zumal sich das Beantworten der Fragen nicht auf den Lesesommer beschränkt. „Das kann zu jeder Zeit gemacht werden“, erklärt sie. „Das Verknüpfen des Lesens mit den neuen Medien ist eine gelungene Sache.“ Gerade durch diese Kombination Buch/Computer wird das Lesen für Kinder und Jugendliche attraktiv. „Übers Jahr gesehen läuft bei den Jugendlichen auch die Onleihe gut“, hat Ilka Prager festgestellt. Denn die jüngeren Nutzer lesen besonders Zeitschriften gern über die modernen Medien. Auch Musik lasse sich über das Portal der Bibliotheken gut streamen. „Vor allem bei den Jungs kommt das gut an“, hat Ilka Prager festgestellt.

Beliebt bei Mädchen und Jungen gleichermaßen sind „tagebuchartige Bücher“. Das hat mit „Gregs Tagebuch“ angefangen, inzwischen gibt es zahlreiche weitere Reihen. Die kurzen Sätze, manchmal auch nur Satzfragmente, in Kombination mit comicartigen Zeichnungen liegen schon seit einigen Jahren voll im Trend. „Der Muffin Club“ von Katja Alves ist bei den Mädchen derzeit ein Renner, bei den Jungen stehen weiterhin Bücher aus der Reihe „Drei Fragezeichen Kids“ hoch im Kurs. Auch „Coolman“, ebenfalls ein Comic-Roman, und die Reihe „100 % Mädchen“ liegen sind im Trend. In jeder Version gehen auch immer noch Pferdebücher bei den Mädchen – ein Trend, der sich wohl nie ändert. Lesende Jungen greifen oft zu Comic-Romanen. Comics generell und Mangas kommen bei den jungen Lesern auch weiterhin gut an. Nachgelassen hat in der Bibliothek dagegen die Nachfrage nach Sachbüchern. „Die spielen nicht mehr so die Rolle“, weiß Ilka Prager. Denn wenn der Nachwuchs eine Frage hat oder sich einen Sachverhalt erschließen will, wird wie bei den Großen schnell zum Tablet oder Smartphone gegriffen.

Von Monika Schmidt

Kommentare