Mindestens sechsmal tappte Isegrim in eine Fotofalle / Fähe, aber noch keine Welpen gesichtet

Klötzer Wölfe haben wohl Junge

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Am Nachmittag des 24. April lichtete eine Wildkamera in der Nähe vom Zartau im Klötzer Forst vermutlich eine Wolfsfähe ab: Auf den Bildern zu erkennende Zitzen sowie eingefallene Flanken deuten darauf hin, dass die Welpen bereits auf der Welt sind.

Klötze / Quarnebeck. „Wir haben mittlerweile mit Sicherheit einen Bestand von deutlich mehr als drei Wölfen rund um Klötze“, ist Eckhard Wegwarth, Wolfsbeauftragter der Klötzer Jägerschaft, überzeugt.

Denn waren es seit Oktober 2014, als der erste sichere Nachweis eines Wolfes im Klötzer Forst gelang, anfangs vor allem mündlich überlieferte Sichtungen, so tappt Isegrim neuerdings immer häufiger in die Fotofallen der Jäger.

Wolfsrudel ohne Scheu (im Landkreis Uelzen)

Nachdem es Steffen Meyer zweimal, am 5. Februar und am 4. April, nordwestlich von Quarnebeck, also am Rande des Klötzer Forstes, gelang, bei Nacht einen Wolf mit einer Infrarot-Wildkamera abzulichten, folgte am 11. April die erste Tagaufnahme von Markus Täger. An derselben Stelle, einer abgelegenen Revierecke zwischen Quarnebeck und Breitenfeld, knipste die Fotofalle am 17. Mai wieder einen Wolf – ebenfalls bei Tageslicht. „Das scheint ein Rüde zu sein“, glaubt Wegwarth nach Begutachtung des Fotos.

Einer der ersten Fotonachweise gelang am 4. April um 20:35 Uhr nordwestlich von Quarnebeck.

Am interessantesten für den Wolfsbeauftragten ist derzeit eine Serie von mehreren Fotofallen-Bildern, die Holger Mertens am 24. April im Klötzer Forst in der Nähe vom Zartau gelang. So zog am Nachmittag dieses Tages offenbar eine Fähe, also ein weiblicher Wolf, langsam vor der Kamera umher. „Die Flanken sind eingefallen und Zitzen sind zu erkennen“, meint der Klötzer eine Fähe zu erkennen, die bereits Junge geworfen hat. Für die Jahreszeit durchaus denkbar. So kommen die anfangs noch blinden Wolfswelpen etwa 65 Tage nach der von Ende Januar bis Anfang März dauernden Paarungszeit in einer Höhle zur Welt. Diese wird von den ein bis zwölf, in der Regel jedoch vier bis sechs Jungen erst nach etwa drei Wochen verlassen. Dieser Zeitraum wäre mittlerweile herangerückt. „Ich rechne stark damit, dass die Welpen bald das erste Mal gesichtet werden“, so Wegwarth.

Mittlerweile ist dem Klötzer selbst eine Wolfsaufnahme geglückt. Und zwar am 14. Mai morgens um 1 Uhr an einem Wasserloch im Klötzer Forst. Das Infrarot-Bild ist jedoch zu unscharf, als dass unterschieden werden könne, ob es sich um einen Rüden oder eine Fähe handelt.

Für die Zukunft erwartet der Klötzer Wolfsbeauftragte, dass sich im Gebiet rund um den Klötzer Forst ein festes Wolfsrudel etabliert. Rudel bedeutet ein Elternpaar mit dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus demselben Jahr. „Das können zehn oder mehr Wölfe sein“, so Wegwarth. Dieses Rudel würde jedoch sein Revier gegen andere Wölfe verteidigen. Um die 250 Quadratkilometer, je nach Nahrungsvorkommen auch mehr oder weniger, könne so ein Wolfsrevier groß sein – also in etwa so groß wie die Klötzer Einheitsgemeinde.

Von Matthias Mittank

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