Bürgermeister geht von langfristigem Erhalt aus / Angedacht: Kuseyer Hort zieht in Schule

Keine Angst um Klötzer Grundschulen

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Laut Verwaltung ist keiner der drei Grundschulstandorte in der Einheitsgemeinde Klötze ist von einer Schließung bedroht.

Klötze. Gerade während der nun zu Ende gehenden Sommerferien machten vielfach Berichte von geschlossenen oder von Schließung bedrohten Schulen die Runde. Wo die Schülerzahlen nicht mehr ausreichen, werden die Einrichtungen dicht gemacht.

Oder, wie im Fall der privaten Sekundarschule Hedersleben (Landkreis Harz) – wo die Eltern erfolglos gegen die Schließung geklagt haben – weil nicht genügend Lehrer gefunden werden können.

Auch in der Einheitsgemeinde Klötze sind die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Wurden vor Jahren in den drei Grundschulen noch zwei oder sogar drei erste Klassen gebildet, wurden es in den geburtenschwachen Jahrgängen plötzlich nur noch sehr kleine erste Klassen. Doch die Talsohle des Geburtenknicks scheint durchschritten, die Geburtenzahlen steigen auch in der Einheitsgemeinde schon seit einiger Zeit wieder an.

Auch deshalb sieht Klötzes Bürgermeister Matthias Mann keine der drei Grundschulen gefährdet. „Die drei Schulen in Klötze, Kunrau und Kusey haben mindestens die nächsten drei bis fünf Jahre Bestand“, versichert der Bürgermeister im AZ-Gespräch. „Darum müssen wir keine Angst haben“, ist er zuversichtlich.

Die Schulentwicklungsplanung des Altmarkkreises ist bis 2018/19 fortgeschrieben. So lange erreichen alle drei Grundschulen in der Einheitsgemeinde die geforderten Mindestzahlen. Die Stadt geht aber davon aus, dass auch im langfristigen Bedarf die Schulen erhalten bleiben, nicht nur wegen der steigenden Schülerzahlen.

Gegebenenfalls, und das hatte sich die Verwaltung als Option offengehalten, könnten, falls es für eine Schule eng wird, die Schuleinzugsbereiche angepasst werden. So macht es für die Kinder aus Neuferchau beispielsweise entfernungsmäßig keinen Unterschied, ob sie in Kunrau oder in Kusey zur Schule gehen.

Von der CDU wurde im Landtagswahlkampf mit der Idee von Schulverbänden geworben. So könnten kleine Schulen unter einer gemeinsamen Leitung erhalten werden, hatte die Partei argumentiert. Ein entsprechendes Gesetz soll noch im Herbst auf den Weg gebracht werden, darauf hatte sich die neue Kenia-Koalition in Magdeburg geeinigt. Auch das wäre für Klötze eine Option, denn insgesamt sind die Kinderzahlen in der Einheitsgemeinde ausreichend, auch um drei Einrichtungen zu betreiben.

Allerdings, und das räumt der Bürgermeister im AZ-Gespräch ein, müsse eventuell über eine effektivere Raumnutzung nachgedacht werden. In Kusey und Kunrau, wo ehemalige Sekundarschulen von den Grundschulen genutzt werden, stehen nicht wenige Räume leer. Darauf hatten zuletzt auch die Kunrauer Horteltern aufmerksam gemacht, die ein eigenes Raumkonzept erarbeitet hatten (wir berichteten). Hierzu soll es nach Schuljahresbeginn Gespräche zwischen den Eltern und der Verwaltung geben.

Ungenutzte Räume gibt es aber auch in der Kuseyer Grundschule. Dort gibt es für den Hort ein separates Gebäude an der Dr.-Schultz-Lupitz-Straße. Es gibt Überlegungen, so kündigte Matthias Mann gegenüber der AZ an, Grundschule und Hort am Standort Schule zusammenzulegen. „Das ist kein Tabu-Thema mehr“, betonte der Bürgermeister. In Kunrau und Klötze, wo dies ebenso praktiziert wird, funktioniere das Miteinander sehr gut. Das alte Hortgebäude, das frühere Wohnhaus des Gutes von Albert Schultz-Lupitz, könnte von der Stadt dann für andere Zwecke genutzt oder als Wohnhaus veräußert werden.

Von Monika Schmidt

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