Firmenretter Nathusius lobt die Altmärker, will aber Fricopan-Reste nicht kaufen

Kein Engagement in Immekath

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Heinrich von Nathusius auf dem ADAC-Mediensalon im Gespräch mit Moderatorin Norma Düsekow.

ct/mm Magdeburg / Immekath. Heinrich von Nathusius sieht sich nicht als Retter des bisherigen Fricopan-Standortes Immekath.

Seine volle Aufmerksamkeit gelte dem Fahrradwerk MIFA in Sangerhausen, sagte der 73-Jährige beim ADAC-Mediensalon Doppelpunkt in Magdeburg vor rund 50 Gästen aus Politik und Wirtschaft. Ende 2014 hatte der Unternehmer die Firma aus der Insolvenz gerettet und richtet sie nun zukunftsorientiert aus.

Gleichwohl spricht er den Altmärkern ein großes Kompliment aus. Sie seien engagiert und nehmen ihr Schicksal in die eigene Hand. Im Landkreis Mansfeld-Südharz begegne ihm hingegen oft eine gewisse „Vor-Har(t)z-Vier-Mentalität“, bei der die Menschen auf Hilfe warten.

„Heuschrecken“, also Geschäftemacher, die Firmen kaufen, um Fördermittel abzugreifen und dann weiterziehen, seien in Deutschland die Ausnahme versicherte Heinrich von Nathusius. So etwas zu erleben, sei für jeden seriösen Unternehmer schmerzlich.

Bekannt ist Nathusius als Inhaber der heutigen IFA Rotorion in Haldensleben, einem der größten KFZ-Zulieferer Sachsen-Anhalts. Die Firma hatte er 1992 von der Treuhand übernommen und so vor der Schließung bewahrt. Aus anfänglich 80 Beschäftigten wurden heute weltweit rund 1500 Mitarbeiter. Das Unternehmen wird inzwischen von den Kindern des Gründers geleitet.

Die Gewerbefläche des früheren Immekather Fricopan-Werks soll nach dem Aus der Produktion am 31. August verkauft werden. Auch die Stadt Klötze hofft auf einen Nachfolger, damit bald wieder Gewerbesteuern in die Stadtkasse fließen. Das Wirtschaftsministerium und die Landes-Investitionsgesellschaft sind in die Verhandlungen um den Verkauf involviert.

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