Karsten Berlin aus Schwiesau: Von spontaner Teilnahme am Malkurs zum Kunstmaler

Karsten Berlin aus Schwiesau: Malt am liebsten „frei Schnauze“

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Große Formate und Ölfarben – so hat es Karsten Berlin aus Schwiesau derzeit am liebsten. Am Sonntag konnten die Besucher des offenen Gartens zusehen, wie aus der kahlen Leinwand im Freien ein neues Kunstwerk entstand.

Schwiesau. „Seit dem 2. März 2014. “ Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Karsten Berlin kann den Tag, an dem sein neues Hobby begann, sofort benennen.

Eine Kollegin fragte den Schwiesauer, ob er nicht mit ihr an einem Malkurs teilnehmen wolle. „Das macht bestimmt Spaß“, so die Werbung der Kollegin. Karsten Berlin machte spontan mit. Und es machte ihm nicht nur Spaß, eine richtige Leidenschaft wurde von dem Kurs entfacht. „Regenspaziergang“ nannte er das erste Bild, das während des Malkurses entstanden ist. Zu diesem sind inzwischen zahlreiche Werke dazugekommen.

„Regenspaziergang“ ist das erste Bild, das Karsten Berlin malte.

Karsten Berlin malt Bilder, die beim Betrachter ankommen. „Ich habe in den vergangenen zwei Jahren schon 38 Bilder verkauft“, informierte er am Sonntag in Schwiesau. Dort stellte er im Rahmen des offenen Gartens von Hilde und Günter Preetz aus – und nutzte den Tag auch, um weitere Bilder zu malen. „Ich arbeite gerne im Freien“, erzählt Berlin, während er an der Staffelei im Gartenhaus am Teich ein idyllisches Plätzchen zum Arbeiten gefunden hat. Die Umgebung ließ er sofort auf sich wirken – und hielt sie am Vormittag in einem kleinformatigen Ölbild fest. „Derzeit male ich am liebsten mit Öl“, erklärt der Kunstmaler. Angefangen hat er aber mit Acryl, überhaupt probiert er gern verschiedene Techniken aus. „Ich gucke mir an, wie andere Künstler das gemacht haben und versuche, das nachzumachen“, beschreibt er. Ebenso bei den Motiven: „Wenn ich etwas sehe, muss ich das ausprobieren.“ Das Malen im Freien, gerade mit Öl, sei jedoch eine besondere Herausforderung: „Da kann es schnell mal sein, dass eine Fliege auf dem Bild landet und nicht wieder loskommt“, schmunzelt Karsten Berlin.

Dem Malkurs und den ersten Ergebnissen folgte schnell die erste Ausstellung: In Kalbe im Rahmen der Künstlerstadt präsentierte Karsten Berlin seine Bilder im März als Erstes. Im August folgt eine Ausstellung in der Gardelegener Sparkasse. Aber auch bei Land- und Bundestagsabgeordneten, in der Uni Rostock und bei der Gardelegener Notarin hängen schon Bilder des Schwiesauers. Nach Berlin und München, nach Holland und Kroatien hat er seine Werke verkauft.

Auch wenn er am Sonntag mit einem Kleinformat begann, um die Eindrücke des Blicks über den Gartenteich von Familie Preetz schnell einzufangen, liegen dem Schwiesauer die großformatigen Arbeiten mehr. „Ich mag lieber das, wo man sich austoben kann“, beschreibt Berlin. Beim Fotorealismus müsse man zu sehr aufs Detail achten. „Ich lasse lieber meine Fantasie spielen und arbeite frei Schnauze.“ Aber auch Auftragswerke erledigt der Kunstmaler, er hat keinen Schwerpunkt bei Landschaftsdarstellungen oder Porträts. „Mir macht alles Spaß.“

Das Malen ist für Berlin ein guter Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit. „Wenn ich sage, ich bin Bankangestellter, bekommt das Gegenüber immer ein erstauntes Gesicht“, hat der 50-Jährige beobachtet. Einen so trockenen Beruf und ein kreatives Hobby bringen viele auf den ersten Blick nicht in Verbindung. „Ich finde das aber gut, denn eigentlich ist Kreativität auch in beiden Bereichen gefragt“, hat Karsten Berlin festgestellt.

Von Monika Schmidt

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