Erfurter Duo begeisterte in Immekath mit feinstem Musikkabarett

„Kalter Kaffee“ kann ganz schön gut sein

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Tilo Schäfer an der Gitarre und Björn Sauer am Piano begeisterten am Sonntag bei ihrem gut zweieinhalbstündigen Konzert in der Immekather Kirche. „Kalter Kaffee“ heißt nur die Band, was das Duo servierte, war dagegen vom Feinsten.

Immekath. „Kalter Kaffee“ muss nicht schlecht sein. Denn wer sich auf das Erfurter Duo Björn Sauer am Piano und Tilo Schäfer an der Gitarre einlässt, wird es nicht bereuen.

Brillant bieten sie dem Mainstream und anderen gesellschaftlichen Erscheinungen Paroli, halten der Gesellschaft und sich selbst den Spiegel vor und das in einer lyrischen, poetischen Weise, verbunden mit Wortwitz, Doppeldeutigkeit, Ironie und Bissigkeit, die vom Lächeln über lauthalsem Lachen nebst Kopfschütteln, sämtliche Körperteile des Publikums in Bewegung hält.

Am Sonntagnachmittag hatten die Altmärker die Gelegenheit, das Duo „Kalter Kaffee“ in der Immekather Kirche live mitzuerleben. Schnell war klar, dass das ein ganz besonderes Konzert im Rahmen des zweiten Immekather Musiksommers werden würde. Brillant harmonierten Tilo Schäfer und Björn Sauer in Wort und Musik, Bewegung und Improvisationen eingeschlossen. Mimik und Gestik ergänzten das Ganze zu einem kabarettistischen Musikgenuss. Natürlich machte das Publikum auch bereitwillig mit. „Ich komm vom Dorf, wir kommen vom Dorf“, sangen viele Gäste, es gab auch ein Loblied auf die Organspende.

Dass man Politiker, in Zeitungen abgedruckt, auch gut zum Putzen des „Allerwertesten“ nutzen kann, erfuhr das Publikum ebenfalls. Frei nach Karl-Theodor zu Guttenberg schufen die Kabarettisten ein Loblied auf die Bundeswehr, aber auch eines für die Freundin: „Ich habe Dir ewige Treue versprochen, doch oh’ Schatz, Du kannst nicht kochen“, so eine Textzeile.

Die beiden Erfurter stellten sich als Boygroup vor. Da sie aber nur zu zweit sind, seien sie nicht so gut zu erkennen, das Publikum dürfe aber trotzdem Teddys und Schlüpfer auf die Bühne werfen...

Und gleich noch eine Erkenntnis der Künstler: „Früher war für uns das Schlimmste, wenn es hieß ,Stuben-arrest‘. Heute würden die Kinder Jubeln bei dieser Strafe und mit dem Laptop verschwinden. Man muss ihnen drohen ,Raus, spiel mit dem Hund‘ – das ist dann auch gleich die beste Wetterapp“.

Als die Glocken zu 18 Uhr läuteten gab es noch etwas „Wortakrobatik“, wie es Tilo Schäfer formulierte. Dann startete der Endspurt des Programms: Ein Lied über Glück, „Ein Brief an die Ex“ oder „Schmeiß doch mal den Scheiß weg“. Ohne Zugaben ging nichts, nach gut zweieinhalb Stunden endete ein tolles Programm, das Publikum wie Künstlern sichtlich viel Spaß bereitet hat.

Kennengelernt haben sich die beiden Musiker während des Studiums in Erfurt, Thilo Schäfer studierte Musik und Philosophie, Björn Sauer ist Grundschullehrer. Vor zwölf Jahren hatten sie ihren ersten öffentlichen Auftritt, wie sie in der Pause verrieten.

Pfarrer Bernd Schulz und Organisator Friedhelm Klopp dankten den Künstlern nach dem Konzert mit Blumen und Baumkuchen.

Die vier Musiker von Metil Stone aus Eisenach haben sich ganz der keltischen Musik verschrieben. Am Sonntag, 7. August, spielen sie in Immekath Celtic-Folk-Rock.

Bernd Schulz erinnerte die Besucher zudem an das nächste Konzert des Immekather Musiksommers, bei dem wiederum eine andere Sparte bedient wird. Denn mit Metil Stone aus Eisenach gibt es am Sonntag, 7. August, ab 16 Uhr in der Immekather Kirche eine mitreißende Mischung aus Celtic-Folk und Rock. Die vier Musiker spielen 15 Instrumente und haben sich vor allem der keltischen Musik verschrieben.

Von Wolfram Weber

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