Eckhard Wegwarth für Verdienste im Rahmen des Wolfsmonitorings geehrt

Dr. Jordan fordert: „Klare Regeln zum Großraubwild“

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Eckhard Wegwarth (Mitte) wurde gestern für sein Engagement rund um das Wolfsmonitoring im Altkreis Klötze im eigenen Jagdzimmer ausgezeichnet. Zu den ersten Gratulanten gehörten LJV-Präsident Dr. Hans-Heinrich Jordan (l.) und LJV-Geschäftsführer Wilko Florstedt.

Klötze. Am Thema Wolf scheiden sich bekanntlich die Geister. Einem breiteren Zuspruch in den Städten steht eine eher skeptischere Haltung auf dem Lande entgegen.

Doch gerade im ländlichen Raum werde es ohne kurzfristige Handlungskonzepte schwierig sein, langfristig Akzeptanz zu schaffen – davon ist Dr. Hans-Heinrich Jordan, Präsident des Landesjagdverbandes (LJV) Sachsen-Anhalt, überzeugt. Die derzeitige von einem rasanten Bestandsanstieg geprägte Situation dürfe nicht dem Selbstlauf überlassen werden, so Jordan. Dass das nicht passiere, dafür sorgen landesweit mehr als 30 Wolfskundige mit dem Protokollieren von Wolfsnachweisen. Sie seien „wichtige Mittler zwischen Bevölkerung und Land“, so der LJV-Präsident.

Einer dieser ehrenamtlich Tätigen ist Eckhard Wegwarth aus Klötze, der seit zwei Jahren im Zuge einer Kooperationsvereinbarung im Bereich der Jägerschaft Klötze Fakten zum Wolf aufnimmt und diese dem Landesumweltamt für das Wolfsmonitoring zur Verfügung stellt. Für seine Verdienste bekam der Klötzer gestern von Dr. Jordan im Beisein von LJV-Geschäftsführer Wilko Florstedt, Kreisjägermeister Ulrich Brückner und dem Klötzer Jägerschaftsvorsitzenden Frank Fritsche die LJV-Verdienstnadel in Silber verliehen.

Gegenüber der Landesregierung sprach Dr. Jordan gestern noch einmal die Forderung aus, „klare Regeln zum Umgang mit dem Großraubwild zu formulieren.“ Die zu überarbeitende Leitlinie „Wolf“ müsse dazu die Grundlage sein. „Wir Jäger sind nur bereit Verantwortung zu übernehmen, wenn die Gesellschaft uns den Auftrag erteilt und die Politik klare rechtliche Voraussetzungen schafft“, so der Präsident. Eine Abstufung des Schutzstatus sei hierbei eine Möglichkeit.

Florstedt unterstrich gestern ebenfalls das Engagement der Wolfskundigen. Es sei wichtig, dass diese mit Unterstützung des Landes auch künftig bei der Stange gehalten werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass auf Verbreitungskarten wieder weiße Flecken entstünden, wo es jedoch Wölfe gibt. Auch der LJV-Geschäftsführer sieht in Sachen Wolf für die Zukunft ein hohes Konfliktpotenzial. Schließlich lebe man in einer über Jahrtausende geprägten Kulturlandschaft, die durch den Anbau von Energiepflanzen mehr Schalenwild (Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild) hervorbringe, als es die reine Wildnis je imstande wäre. Dieses Mehr an Beute sorge schließlich für unnatürlich hohe Wolfsbestände.

Von Matthias Mittank

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