Neuer Bienenerlebnisgarten des Klötzer Vereins steckt nach wie vor in den Kinderschuhen

Imker hoffen auf Unterstützung

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Klötzes Imkervereins-Vorsitzender Uwe Przybilla (r.) und Susanne Altemeyer zeigten Landrat Michael Ziche in dieser Woche den 2015 eingeweihten Bienenlehrpfad. 

Klötze. Die anfängliche Euphorie ist beim Imkerverein Klötze und Umgebung verflogen – der große Traum, den im Vorjahr errichteten Bienenlehrpfad rund um die Moorwaldsenke mit einem Bienenerlebnisgarten in der Gartensparte „Kutzendorf“ zu komplettieren, ist immer noch in weiter Ferne.

Wurde im neuen Domizil im Frühjahr noch gemeinsam mit dem „Mitmachen statt meckern“-Team von Moderator Michael Wasian tatkräftig angepackt, konnte in den zurückliegenden Monaten allenfalls das abermalige Zuwuchern der Gartenparzellen verhindert werden.

So fehlen den engagierten Klötzer Imkern nach wie vor die finanziellen Mittel, um das gar nicht mal kleine Projekt umzusetzen. „20 000 bis 25 000 Euro“, so schätzt Vorsitzender Uwe Przybilla, werden benötigt, um unter anderem ein geplantes Holzhaus mit 50 Quadratmetern Grundfläche samt Bodenplatte errichten zu können. Der Schaugarten, so die Überlegung des Vereins, soll nicht nur für die seit 2013 organisierten Neuimkerkurse genutzt werden, sondern vor allem auch für Nicht-Imker und als Ort für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

„Seit zwei Jahren versuchen wir deshalb über das Land an EU-Fördermittel heranzukommen“, erklärt Vorstandsmitglied Susanne Altemeyer aus Tylsen im AZ-Gespräch. Bislang ohne Erfolg. Eine entsprechende Richtlinie, die die Förderung des Bienenzuchtsektors vorsieht, ist zwar vorhanden, doch die Region rund um Klötze werde vom Landwirtschaftsministerium als nicht förderwürdig eingestuft – zu dünn besiedelt, zu wenige Imker, habe es als Begründung in Magdeburg geheißen.

Dabei haben gerade die Klötzer Vereinsmitglieder zuletzt viel in Sachen Imker-Werbung getan. „In drei Jahren ist der Verein von anfangs 20 auf mittlerweile 58 Imker angewachsen“, so Altemeyer.

Nun hoffen die Imker auf eine Gesprächsrunde gemeinsam mit dem Landesverband und dem SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Barth am kommenden Mittwoch im Ministerium, bei dem es um die Förderrichtlinie gehen wird.

Landrat Michael Ziche, der sich am Donnerstag den Klötzer Bienenlehrpfad mit großer Begeisterung das erste Mal ansah, wünschte den Vorstandsmitgliedern viel Erfolg. „In der Bienenhaltung steckt sehr viel Wertschöpfung – gerade im landwirtschaftlichen Bereich“, weiß auch der Immekather um die Bestäubungsleistung der fleißigen Honigsammler. Mit der Wende seien 90 Prozent der Bienenvölker und Züchter weggebrochen, dass es mittlerweile wieder langsam bergauf gehe, sei ein gutes Zeichen, so Ziche.

Von Matthias Mittank

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