Reparaturbedarf auf dem Neustädter Friedhof: 20 Prozent der Steine sind locker

Grabsteine auf Klötzer Friedhof im Wackeltest

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Mit einem speziellen Messgerät – dem Kipptester – misst Horst Neumann die Standfestigkeit jedes Grabsteins.

Klötze. Noch bis heute sind Horst und Björn Neumann mit ihrem Kipptester auf den Friedhöfen in der Einheitsgemeinde unterwegs. Mit dem speziellen Gerät prüfen die beiden Grabsteine auf ihre Standfestigkeit.

Der grüne Aufkleber weist auf die Unfallgefahr hin. Steine mit rotem Aufkleber müssen sofort hingelegt werden.

Von der Stadt wurde ihre Firma beauftragt, jeden Grabstein auf den kommualen Friedhöfen zu testen. „Das ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Unfälle wegen umfallender Grabsteine hat es schon häufiger gegeben. Dabei geht es nicht immer nur um gebrochene oder gequetschte Arme und Füße, einige verliefen auch tödlich. „Man darf das nicht unterschätzen, es wurden auch schon Kinder von umfallenden Grabsteinen erschlagen“, wissen die Experten.

„Früher hat man noch die sogenannte Rüttelprobe gemacht, aber das war zu willkürlich. Heute regelt ein Gesetz wie geprüft werden soll“, erklärt Chef Horst Neumann. Jedes Jahr lässt er den Kipptester sogar eichen. „Das ist nicht vorgeschrieben, aber besser“, so Horst Neumann. Abhängig von der Höhe ist der Druck, dem der Stein standhalten muss. Ein 1,20 Meter hoher Stein zum Beispiel muss einen Druck von etwa 50 Kilogramm standhalten, ohne das er nachgibt oder kippt.

Begonnen haben die beiden am Montag auf dem Neustädter Friedhof in Klötze. Das Gelände haben die Tester in Abschnitte und Parzellen eingeteilt. Jeder Grabstein bekommt zusätzlich eine Prüfnummer, damit es zu keiner Verwechselung kommen kann. Steine, die lose sind, werden vom Gerät gespeichert. „Wir haben eine Software dazu, die ein Protokoll erstellt. Das bekommt dann die Friedhofsverwaltung“, erzählt Björn Neumann. Lockere Grabsteine werden mit einem grünen Aufkleber gut sichtbar markiert, der darauf hinweist, dass der Stein eine Gefahrenquelle darstellt.

Auf dem Neustädter Friedhof bekamen gut 20 Prozent der Grabsteine einen solchen Aufkleber. „Das ist eine ganze Menge, hier muss was gemacht werden“, staunt Horst Neumann. Auch zahlreiche rote Aufkleber verteilten die Prüfer. Steine mit dieser Markierung sind besonders gefährlich und könnten jeden Augenblick von selbst umkippen. „Die Friedhofsverwaltung muss sie dann absperren oder sofort hinlegen“, erklärt der Fachmann. Nach Abschluss wird ein Protokoll erstellt, das die Stadt erhält. Sie informiert die Besitzer der jeweiligen Grabstelle. Diese sind dazu verpflichtet, den Stein sichern zu lassen. „Die Grabnutzer hier haben bisher alle Verständnis“, sagt Björn Neumann.

Übrigens: Steinmetze sind dazu verpflichtet, fünf Jahre Gewährleistung auf Grabsteine zu geben. Wird der Grabstein in dieser Zeit lose, hat der Steinmetz die Pflicht ihn zu reparieren, erklärt der Horst Neumann.

Von Katharina Schulz

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