Geschäftsstelle unbesetzt: Fremdenverkehrsverein gehen Besucher durch die Lappen

+
Das Schlossfest im August und der Weihnachtsmarkt waren die Besucher-Höhepunkte des Jahres.

Kunrau. Es war ein schwieriges, aber dennoch erfolgreiches Jahr für den Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling. Schwierig vor allem deshalb, weil es einige persönliche und gesundheitliche Probleme gab.

Aber auch wenn Vorstandsmitglieder und andere Engagierte ausfielen, schaffte es der feste Stamm des Vereins, die geplanten Veranstaltungen gut über die Bühne zu bringen. So gesehen war es also wieder ein erfolgreiches Jahr, bilanziert Vorstandsmitglied Inge Bohndieck.

Bei der Terminplanung 2015 war Inge Bohndieck noch täglich in der Geschäftsstelle erreichbar, seit Juni gelten die neuen Öffnungszeiten. Einige spontane Besucher wurden so verpasst.

Bis Ende Mai betreute sie die Geschäftsstelle des Vereins im Kunrauer Schloss. Doch das Förderprogramm Aktiv zur Rente plus lief aus (wir berichteten), ein neues wurde nicht aufgelegt. Dass die Geschäftsstelle nicht mehr regelmäßig besetzt ist, wird auch an den Besucherzahlen für jeden Monat deutlich. Während im ersten Halbjahr zahlreiche unangemeldete Besucher zu Führungen empfangen werden konnten, hat diese Zahl im zweiten Halbjahr deutlich abgenommen. Dienstags- und Donnerstagsnachmittag ist Geschäftsführerin Gabriele Bock im Schloss anzutreffen, betreut dann aber parallel auch noch die Ausleihe in der Bibliotheks-Außenstelle. „Es wäre besser, wenn die Geschäftsstelle wieder täglich geöffnet ist“, schätzt Inge Bohndieck ein. Sie ist inzwischen Rentnerin, hält dem Verein aber weiter die Treue, nicht nur durch ihre Tätigkeit als Schatzmeisterin. Organisatorisches und der Kartenvorverkauf, unter anderem auch für die Veranstaltungen des Kulturklubs Drömling, laufen weiterhin durch ihre Hände. „Aber auch das ließe sich besser bewerkstelligen, wenn die Geschäftsstelle regelmäßig besetzt wäre“, hat sie festgestellt.

Gestern Vormittag sah sie kurz im Büro nach dem Rechten – Glück für den Paketboten, der ansonsten im Schloss niemanden angetroffen hätte. „Die meisten Besucher kommen spontan. Einige standen deshalb in diesem Jahr vor verschlossenen Türen“, bedauert Inge Bohndieck. Trotz allem kommt die Besucherstatistik des Vereins noch auf stattliche 2099 Besucher, die vom Verein betreut wurden. Höhepunkte waren dabei das Schlossfest und der Weihnachtsmarkt. Aber auch die Winterwanderung, die zusammen mit dem Kunrauer Ortschaftsrat organisiert wurde, oder der Tag der offenen Gärten und die Führungen am Tag des offenen Denkmals lockten viele Besucher ins Schloss. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die Drömlingskarawane im Juni, als 210 Personen gegen das geplante Erdgaserlaubnisfeld protestierten. Bewährt hat sich für den Verein die Zusammenarbeit mit dem Kunrauer Ortschaftsrat und dem Kulturklub Drömling. Seit Ortsbürgermeister Uwe Bock auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist, sind die Wege noch kürzer. „Das ist ein Glücksfall für uns, da haben wir einen guten Fang gemacht“, schätzt Inge Bohndieck ein. Denn Uwe Bock kümmert sich um die vielen kleinen Dinge, die erledigt werden müssen. Er besorgt zum Beispiel die Strohballen zum Schlossfest und kümmerte sich um das Banner zum Weihnachtsmarkt, das auch in den kommenden Jahren wieder aufgehängt werden kann. Denn dass es mit den Veranstaltungen des Fremdenverkehrsvereins auch 2016 weitergeht, steht außer Frage. Die ersten Veranstaltungen hat der Vorstand bereits abgestimmt. Besonderes Augenmerk wird auf den Weihnachtsmarkt gelegt, der 2016 zum 20. Mal vom Fremdenverkehrsverein veranstaltet werden wird.

Von Monika Schmidt

Kommentare