Vor der Feier am Mittwoch gibt es einen Gottesdienst / Verhandlungen zum Verkauf laufen

Fricopaner nehmen Abschied

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Nach der letzten Schicht am Freitag hängten die Mitarbeiter ihre Schuhe an den Zaun des Fricopan-Werksgeländes. Dort wird noch bis Ende Oktober das Lager geräumt. Die Maschinen bleiben zunächst stehen. Vielleicht können sie weiter verwendet werden.

Immekath. Der letzten Schicht folgt der Abgesang aufs Unternehmen: Die Fricopaner wollen sich am morgigen Mittwoch um 11 Uhr zu einer Abschiedsfeier vor den Werkstoren treffen.

Seit dem Bekanntwerden der Schließung zum 31. August im Mai hatten sich der Betriebsrat und die Mitarbeiter gegen das drohende Aus für die Firma gewehrt. Auch mit dem Wissen, wie schwer es für die über 500 Beschäftigten werden wird, neue und adäquate Arbeitsplätze zu finden. Entweder weite Anfahrtswege oder eine schlechtere Bezahlung – das sind die Alternativen für viele. Bislang haben nach Angaben des Betriebsrates nur etwa 50 der 500 Fricopaner einen neuen Job gefunden. Auch das soll morgen noch einmal Thema sein.

Zuvor wird es für sie zumindest moralische Unterstützung durch göttlichen Beistand geben: In Absprache mit der Betriebsratsvorsitzenden Gerda Hentschel bietet der Steimker Pfarrer Bernd Schulz um 10 Uhr am Mittwoch noch einmal einen Gottesdienst in der Immekather Kirche an. „Dazu laden wir alle herzlich ein, die von der Schließung direkt oder indirekt betroffen sind“, erläuterte Bernd Schulz. Ebenso seien diejenigen eingeladen, „die sich von politischer und gewerkschaftlicher Seite solidarisch erwiesen haben, sowie alle anderen, die den Mitarbeitern in diesen Stunden ihre Verbundenheit zeigen wollen.“ Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes kommen Gerhard Kreuzer und Maren Drangmeister aus Hitzacker nach Immekath.

Während die Fricopaner am Freitag die letzte Schicht in der Immekather Großbäckerei hinter sich gebracht haben, laufen hinter den Kulissen weiter die Verhandlungen über eine Nachfolge für den Betrieb. „Es gibt Gespräche mit mehreren Interessenten“, informierte Fricopan-Sprecher Günther Lindinger auf AZ-Anfrage. Details wollte er nicht nennen, denn über die Verhandlungen ist Stillschweigen vereinbart worden. Aber, und das bestätigt Lindinger, die vorhandenen Maschinen werden zunächst in Immekath bleiben. „Wir müssen abwarten, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind“, so Lindinger. Dann könne geprüft werden, ob der Nachfolgebetrieb mit der vorhandenen Technik etwas anfangen kann. Bis dahin bleiben die noch vorhandenen Maschinen im Immekather Werk. „Bis Ende Oktober werden nur die Lager geräumt“, erläuterte Lindinger weiter.

Wie weit die Verhandlungen zwischen dem Aryzta-Konzern und den Investoren über den Standort Immekath fortgeschritten sind und wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, dazu wollte der Betriebssprecher keine Angaben machen.

Von Monika Schmidt

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