Gespräche am 31. Mai

Fricopan schlägt zurück: Klage gegen Höppner angedroht

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Landtagsabgeordneter Andreas Höppner (l., nach der Betriebsversammlung am Montag in Klötze) hat von Aryzta per Unterlassungserklärung verboten bekommen, weiter von Fördermittelbetrug zu sprechen.

mm Immekath. Der Backwarenhersteller Aryzta schlägt zurück: Nachdem der Landtagsabgeordnete der Linken, Andreas Höppner, bei der Betriebsversammlung am Montag eine Anzeige wegen Fördermittelbetrugs gegen das Unternehmen angekündigt hat, gab es gestern darauf eine Antwort:

Die Gesellschafter von Fricopan haben dem früheren Betriebsrat des Unternehmens über ihren Anwalt per Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung aufgefordert, seine Behauptungen von „Fördermittelmissbrauch“ bzw. „Fördermittelbetrug“ zu unterlassen. „Für den Fall einer Zuwiderhandlung muss Höppner mit einer Klage und einer hohen Vertragsstrafe rechnen“, informierte der Fricopan-Pressesprecher Günther Lindinger gestern am späten Nachmittag.

Andreas Höppner reagierte prompt: Er twitterte: „Ich darf das böse Wort mit F nicht mehr benutzen, Dann sage ich eben Täuschung, Machenschaft, Schiebung, Prellerei, Nepp, krumme Sache, usw.“

Neben dem Streit um die Höppner-Äußerungen laufen die Gespräche zwischen dem Konzern und dem Betriebsrat über einen Sozialplan. Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat haben sich auf einen ersten Termin zur Aufnahme der Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan verständigt, informierte Günther Lindinger weiter. Der Termin soll am 31. Mai stattfinden. Schon bei der Betriebsversammlung am Montag hatte Betriebsratsvorsitzende Gerda Hentschel angekündigt, dass der zunächst von der Betriebsleitung angebotene 17. Mai wohl zu knapp werden könnte, da der Betriebsrat erst einmal die Wirtschaftsunterlagen des Unternehmens einsehen musste.

Wie Fricopan-Sprecher Günther Lindinger weiter mitteilte, befinde sich der Europa-Vorstand der Muttergesellschaft Aryzta „in regelmäßigem Dialog mit Wirtschaftsminister Jörg Felgner“. Dieser habe nach seinem Besuch in Klötze noch am Dienstag „ausführlich mit der Konzernleitung gesprochen“, so Lindinger weiter. „Es entspricht allerdings nicht unserem Kommunikationsstil, Einzelheiten aus solchen regelmäßigen vertraulichen Gesprächen zu nennen.“

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