Betriebsrat mit Einigung zufrieden / Nächste Betriebsversammlung am 2. August

Fricopan: Die Letzten gehen Ende Januar

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Der Betriebsrat der Fricopan Back GmbH um dessen Vorsitzende Gerda Hentschel (3.v.r.) – hier mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Höppner vor dem Werkstor – ist mit der erzielten Einigung sehr zufrieden. Die stellvertretende Vorsitzende Julia Dörwald (r.) empfiehlt nun allen Mitarbeitern bis zum letzten Tag durchzuziehen.

Immekath. Der Betriebsrat der Fricopan Back GmbH in Immekath ist mit der nach zähen Verhandlungen am Freitag erzielten Einigung zwischen ihm und der Geschäftsführung sehr zufrieden.

Nach einem 15-stündigem Verhandlungsmarathon, aufgeteilt auf zwei Tage (AZ berichtete), sprang letztlich eine Abfindung von einem Bruttomonatsgehalt für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit heraus. „Das werten wir als vollen Erfolg für die Beschäftigten. Das ist für diese Branche nicht selbstverständlich – normal wäre ein halbes Buttomonatsgehalt je Jahr gewesen“, erklärt Julia Dörwald, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Mit der nun getroffenen Einigung ist auch der Weg für die Kündigungen freigemacht worden, die noch im Laufe dieser Woche rausgehen sollen. So werden die ersten Fricopaner pünktlich zur Schließung des Werkes Ende August ihren Job los – die Letzten gehen dagegen erst zum 31. Januar 2017. Das hängt mit der Anzahl der Arbeitsjahre zusammen und ist im Tarifvertrag festgelegt. „Wer zwei Jahre dabei war, hat eine Kündigungsfrist von einem Monat, bei fünf Jahren sind es zwei, bei acht Jahren drei, bei zehn Jahren vier, bei zwölf Jahren fünf, bei 15 Jahren sechs und bei 20 Jahren sieben Monate Kündigungsfrist“, erklärt Julia Dörwald. Wobei 20 Jahre nur theoretisch seien und von keinem Mitarbeiter erreicht wurden, schränkt die Betriebsrätin ein. Es gebe jedoch „zwei bis drei“ Fricopaner, die genau diesen Meilenstein im November erreicht hätten, so Dörwald. Immerhin springen für diese Urgesteine des Backwarenherstellers zusammen mit Kündigungsfrist und Abfindung noch ganze 25 Monatsgehälter heraus.

Den insgesamt knapp 500 Mitarbeitern empfiehlt Dörwald Ruhe zu bewahren, sich mit kühlem Kopf um eine neue Arbeitsstelle zu kümmern und normal bis zum letzten Tag durchzuziehen. Nach aktuellem Stand läuft die Produktion bis zum Mittwoch, 31. August, weiter.

Für die vielen offenen Fragen der Mitarbeiter wurde für Dienstag, 2. August, ab 10 Uhr eine Betriebsversammlung im Klötzer Altmarksaal einberaumt.

Von Matthias Mittank

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