„Offen für Gespräche“ / Förderpolitik überdenken

Fricopan: Konzern verkauft nicht an Mitbewerber

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In den vergangenen 20 Jahren ist der Immekather Standort von Fricopan nach und nach erweitert worden. Dafür flossen Fördermittel des Landes, das später auch das Werk in Eisleben förderte. Nun soll die Förderpolitik überdacht werden.

Immekath. Nach und nach soll die Produktion bei Fricopan in Immekath zurückgefahren werden, bis die Maschinen Ende August endgültig still stehen. Das wurde den Mitarbeitern am Montag bei der Betriebsversammlung erklärt.

Und dann? Der Aryzta-Konzern würde die Immobilie verkaufen, informierte Firmensprecher Günther Lindinger gegenüber der AZ. „Wir sind bei allen Interessenten offen für Gespräche.“ Aber verkauft werde keinesfalls an einen Mitbewerber, wie deutlich bei der Betriebsversammlung betont wurde. Einem Verkauf an einen betriebsfremden Zweig stehe der Konzern positiv gegenüber.

In die Verhandlungen hat sich auch der Wirtschaftsminister des Landes, Jörg Felgner (SPD), eingeschaltet. Er lässt über die Investitionsbank und die Marketinggesellschaft nach potenziellen Investoren suchen.

Parallel läuft auch die Suche nach Arbeitsplätzen für die über 500 Mitarbeiter, wenn es nicht gelingt, sich mit dem Aryzta-Konzern über das Aufrechterhalten des Standortes Immekath zu verständigen.

Den Vorwurf des Fördermittelbetrugs – den Linken-Landtagsabgeordneter Andreas Höppner zur Anzeige bringen will – weil der Konzern zuerst für Fricopan in Immekath und dann für das neue Werk in Eisleben finanzielle Mittel bekommen hat, weist Jörg Felgner vom Land. Allerdings, und das räumte er bei einer Pressekonferenz im Klötzer Jobcenter unumwunden ein, müsse das Land wohl seine Förderpolitik noch einmal überdenken und ändern. Denn es werde zwar geprüft, wenn eine Firma in mehreren Bundesländern Fördermittel erhalte, nicht aber, ob das in ein und dem selben Bundesland auch der Fall ist. Darauf müsse in Zukunft stärker geachtet werden, kündigte Felgner an.

Von Monika Schmidt

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