Verhandlungen mit Betriebsrat: Konzern hat Angebot „weggebügelt“

Fricopan: Kündigungen folgen Ende Juni

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Zur Betriebsratssitzung am Donnerstag durfte der frühere Betriebsratsvorsitzende Andreas Höppner (Mitte) widererwartend doch das Werksgelände betreten, allerdings nur in Begleitung. Das Zutrittsverbot gelte nur für Verhandlungstage, hatte Fricopan konkretisiert.

Immekath. Nach dem zweiten Verhandlungstag zwischen Betriebsrat und Fricopan-Geschäftsführung sowie der gestrigen Betriebsratssitzung hat sich auch die letzte Hoffnung, das Werk in Immekath in irgendeiner Weise retten zu können, zerschlagen.

„Es gibt keinen Lichtblick mehr“, sagte eine enttäuschte Betriebsratsvorsitzende Gerda Hentschel im AZ-Gespräch. Der Aryzta-Konzern sehe keine Möglichkeit, Investitionsmittel für einen künftigen Erhalt des Standortes bereitzustellen. Ein Gegenangebot für das Erstellen eines seriösen Konzeptes sei „einfach weggebügelt worden“.

Den aktuell 492 Beschäftigten des Backwarenherstellers werde voraussichtlich Ende Juni die Kündigung ins Haus flattern. Nach der geplanten Schließung zum 31. August werde wohl noch ein kleiner Stamm an Mitarbeitern für die Abwicklung auf dem Gelände beschäftigt sein. Nach Ablauf der sechsmonatigen Kündigungsfrist zum 31. Dezember wird auch der letzte Beschäftigte das Werk verlassen.

Für die am Montag, 20. Juni, und am Donnerstag, 7. Juli, angesetzten Verhandlungen zum Interessenausgleich und zum Sozialplan will der Betriebsrat nun einen weiteren Versuch unternehmen, den früheren Betriebsratsvorsitzenden und jetzigen Landtagsabgeordneten Andreas Höppner, der gestern widererwartend doch das Werksgelände betreten durfte, noch mit ins Boot zu holen. So wollte Fricopan mit Elisabeth Helbig eine frühere Personalchefin mit an den Verhandlungstisch holen. „Das haben wir abgelehnt. Wenn sie aber Herrn Höppner reinlassen, dann wären wir auch mit Frau Helbig einverstanden“, erklärte Hentschel. Wie ein Interessenausgleich für die Beschäftigten aussehen könnte, sei derzeit allerdings noch völlig offen.

Dass es für das Immekather Werksgelände mehrere Kaufinteressenten gebe, konnte gestern Andreas Höppner nach Rücksprache mit Wirtschaftsminister Jörg Felgner bestätigen. Da der Aryzta-Konzern jedoch definitiv an keinen potenziellen Mitbewerber aus der Backbranche verkaufen wolle, gehe es lediglich um eine „leere Hülle ohne Maschinen“.

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