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Fricopan: „Jeden Strohhalm nutzen“– Bürgermeister warnt aber vor Aktionismus 

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„Flagge zeigen“, das ist derzeit das Motto für Kommunalpolitiker und Betroffene, die sich gegen die Schließung von Fricopan in Immekath wehren wollen.

mm Klötze. Es ist ein Thema, das derzeit die gesamte Region beschäftigt und somit natürlich auch den Klötzer Stadtrat. Äußerungen zur Situation in Immekath gab es bei der Sitzung am Mittwochabend aber nur im Rahmen des Bürgermeisterberichts.

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„Es trifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern uns alle“, erinnerte Matthias Mann die Stadträte und verwies auf die Steuereinnahmen der Stadt, die Wasserpreise, die Konzessionsabgaben für Energie und Ähnliches. „Da brechen Größenordnungen weg“, machte der Bürgermeister den Stadträten deutlich. Trotzdem appellierte er an alle, Hoffnung zu haben. Gleichzeitig warnte der Bürgermeister vor Aktionismus. Aktivitäten und Äußerungen sollten genau bedacht werden, wünschte er sich.

Selbstverständlich sei auch die Stadt nicht untätig, führe Gespräche und unterstütze, wo es möglich ist. Aber: „Wir haben Stillschweigen vereinbart“, möchte Matthias Mann im AZ-Gespräch die laufenden Verhandlungen nicht kommentieren. Die Verwaltung sieht sich vor allem als Kontakt zwischen Firma, Interessenten und den Behörden. „Wir müssen jeden Strohhalm, der geboten wird, nutzen“, erklärt der Bürgermeister das weitere Vorgehen. Dazu zähle, wenn sich Interessenten melden, Gespräche anzuleiern, Kontakte zu knüpfen und Licht und Transparenz in die Sache reinzubringen. „Wir müssen jedes Gespräch ernst nehmen. Die Stadt will dabei gern der Vermittler sein.“

Probleme für den städtischen Haushalt sieht der Bürgermeister in diesem Jahr noch nicht. Zudem agiere die Stadt stets sehr vorsichtig, wenn es um das Thema Gewerbesteuern geht, die von den Betrieben bis zu drei Jahre zurückgefordert werden können. Auch ein Nachtragshaushalt wird wohl nicht nötig sein. Allerdings könnte das Aus von Fricopan Auswirkungen auf den Haushalt 2017 und die Eröffnungsbilanz haben. Das müsse jedoch noch abgewartet werden.

Der Bürgermeister selbst stand trotz seines Urlaubs in ständigem Kontakt mit dem Landrat und der Verwaltung. Am Himmelfahrtstag selbst war er noch morgens mit dem Rad in Immekath, „und kein Mensch hat was von Fricopan erzählt.“ Auch am Nachmittag, als er in Altferchau zufällig Landrat Michael Ziche traf, sei Fricopan noch kein Thema gewesen.

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