Sozialplan-Verhandlungen können wohl auch nächste Woche noch nicht starten

Fricopan-Betriebsrat sieht weiterhin Klärungsbedarf

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Nach 20 Jahren soll das Werk des zum Aryzta-Konzern gehörenden Backwarenherstellers Fricopan zum 31. August schließen. Zum Auftakt der Verhandlungsgespräche war der Interessenausgleich für die mehr als 500 Mitarbeiter noch kein Thema.

Immekath. Die mehr als 500 Mitarbeiter des Immekather Backwarenherstellers Fricopan müssen sich weiter in Geduld üben, bis es in den am Dienstagnachmittag gestarteten Verhandlungen zwischen dem Konzern und dem Betriebsrat (AZ berichtete) um ihre Belange geht.

„Es war ein reines Informationsgespräch, in dem wir wissen wollten, wie es zu dieser Situation kommen konnte“, erklärte Betriebsratsvorsitzende Gerda Hentschel im AZ-Gespräch.

Einen Katalog mit 20 Fragen hatten die elf Betriebsrätler hierzu im Vorfeld zusammengestellt. Zufriedenstellend seien die Antworten jedoch nicht gewesen. „Es gibt nach wie vor Klärungsbedarf. Aus unseren Fragen haben sich weitere Fragen ergeben“, sagt Hentschel zum Ergebnis der gut fünfstündigen Gesprächsrunde. Konkret gehe es dabei in erster Linie um Zahlen, die die vom Aryzta-Konzern dargelegten Schließungsgründe belegen. Aryzta hatte die Schließung des Werkes zum 31. August unter anderem mit der Unrentabilität des Standortes, veralteten Produktionsanlagen und der ungünstigen Verkehrsanbindung, sprich dem Fehlen einer Autobahn, begründet. Unterlagen, die das belegen, sollen nun während des nächstens Verhandlungstermins am kommenden Mittwoch, 8. Juni, auf den Tisch kommen.

Dass in der kommenden Wochen bereits die Verhandlungen zum Interessenausgleich und zum Sozialplan starten können, ist daher ungewiss. „Nein, das glaube ich eher nicht“, schätzt die Betriebsratsvorsitzende ein.

An den Verhandlungen mit dem Konzern nehmen neben einer sechsköpfigen Betriebsrats-Kommission (Gerda Hentschel, Daniela Reinecke, Julia Dörwald, Ulf Garz, Olaf Grabsch und Eckard Wille) auch der Konzernbetriebsratsvorsitzende, ein Rechtsanwalt sowie ein Wirtschaftssachkundiger teil. Aryzta ist mit Fricopan-Geschäftsführer Marc Saam, Anja Zapka-Volkmann, Personalchefin des Konzern für Europa, Finanzern und ebenfalls mit einem Rechtsanwalt vertreten.

Von Matthias Mittank

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