Giftige Pflanzen im Böckwitzer Bauerngarten waren ein Thema beim Vortrag

„Frau Schumann, lebt Ihr Mann eigentlich noch?“

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Dass auch giftige Pflanzen im Böckwitzer Bauerngarten wachsen, erklärte Ingrid Schumann (l.) den Kunrauer Radlern, die sich über Kräuter und ihre Einsatzgebiete informierten.

Böckwitz. Die jüngsten Gewitterstürme haben auch dem Bauerngarten im Böckwitzer Museum arg zu schaffen gemacht. „Kleinere Pflanzen sind einfach umgeknickt“, erzählt Museumsvereinsvorsitzende Ingrid Schumann, die den Garten betreut.

Der Lavendel mit seinem Duft und seinen kräftigen lilafarbenen Blüten lockt viele Schmetterlinge im Böckwitzer Bauerngarten an. Dort gibt es zahlreiche Blumen und Kräuter, bei denen sie von Blüte zu Blüte flattern können.

Täglich ist sie auf dem Gelände unterwegs. Da der Boden im Bauerngarten ohnehin sehr feucht ist, war es nach den kräftigen Gewittergüssen richtig nass im Garten. Da die Wege aber in diesem Jahr mit Rindenmulch gut bedeckt sind, können Besucher trockenen Fußes im Garten unterwegs sein.

Der Alant hat in diesem Jahr schon eine stattliche Größe erreicht. Die Blüten sehen aus wie kleine Sonnenblumen.

Die Pflanzen und Blumen im Garten sind die besondere Leidenschaft der Museumsvereinsvorsitzenden. So zeigt Ingrid Schumann stolz, wie prächtig sich die im vergangenen Jahr in die Erde gesetzten Rosen entwickelt haben. Für das Vermehren von Rosen hat die Böckwitzerin ein Händchen. Sie rät vor allem zu viel Geduld: Nach der Blüte im Sommer werden die Stecklinge von den Rosen geschnitten. Diese setzt die Böckwitzerin einfach ins Beet und bedeckt sie mit einer umgedrehten Flasche oder einem Einweckglas. Die Stecklinge haben so nicht nur ihre Ruhe, sondern haben unter der Gewächshausatmos-phäre auch die Möglichkeit, sich in Ruhe zu entwickeln. „Man muss Geduld haben, darf das Glas nicht anheben zum Druntergucken“, erklärte Ingrid Schumann. Bis Mai lässt sie die Stecklinge in Ruhe, dann werden die Gläser abgenommen. Der Lohn für die Geduld: Im Bauerngarten blühen in diesem Jahr einige neue Rosen.

Beim Besuch der Kunrauer Radfahrer in der vergangenen Woche informierte die Museumsvereinsvorsitzende über die zahlreichen gesunden Pflanzen, die zum Bauerngarten gehören und deren Wirkung vielen heute gar nicht mehr bekannt ist. Ingrid Schumann hatte ein kleines Sträußchen verschiedener Kräuter gesammelt und ließ die Radler raten: Scharfgarbe, Beifuß, Frauenmantel, Salbei und Johanniskraut mussten unter anderem erkannt werden. Vieles lässt sich als Tee zubereiten. Sehr groß gewachsen ist in diesem Jahr der Alant. „Davon kann man aber nur die Wurzel verwenden“, erläutert Ingrid Schumann. Ein Tee daraus ist gut für die Galle und die Verdauung, hilft aber auch bei Husten und Erkältungen.

Ausführlich befasste sich Ingrid Schumann bei ihrem Vortrag mit einigen giftigen Pflanzen, die ebenfalls Bestandteil des Kräutergartens sind. Richtig angewendet, helfen sie Leiden zu lindern. Aber falsch angewendet, können sie Leid auslösen. „Mit drei Körnern vom Eisenhut können Sie einen Menschen umbringen“, wusste Ingrid Schumann. Auch Mohn, der früher oft für Kinder in die Milch gerührt wurde, wenn sie nicht einschlafen wollten, und Fingerhut stehen als Giftpflanzen im Böckwitzer Garten.

Die Auflistung der verschiedenen Verwendungen der giftigen Pflanzen brachte die Kunrauer Radler schließlich zu der vorsichtigen Frage: „Frau Schumann, lebt Ihr Mann eigentlich noch?“. Doch keine Sorge: Ihm geht es prächtig, versicherte die Böckwitzer Gartenexpertin.

Von Monika Schmidt

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