„Lost Places – vergessene Orte“: Eine Fotoausstellung von Marcel Gansau aus Klötze im Gardelegener Museum

Lost-Places-Fotograf: „Die Stille fasziniert mich“

+
Eine alte Strickzeugfabrik aus DDR-Zeiten irgendwo in Ostdeutschland. Laut Fotograf Marcel Gansau aus Klötze werden diese Gebäude in naher oder ferner Zukunft wohl abgerissen.

Klötze / Gardelegen. „Fotografie ist meine Leidenschaft. Ganz besonders Orte, die für andere Menschen unansehnlich sind“, sagt Hobbyfotograf Marcel Gansau.

Am Sonntag fand im kleinen Zimmer des ehemaligen und wider baldigen Museums in Gardelegen seine Fotoausstellung „Lost Places – vergessene Orte“ statt.

Ein alter verlassener Gebäudekomplex in Deutschland. Ein Ort, an dem sich Marcel Gansau wohl fühlt. Ein Ort der Stille.

Präsentiert haben die Ausstellung die Fotofreunde Gardelegen, bei denen Marcel Gansau seit drei Jahren Mitglied ist. Zu sehen waren Fotografien aus verlassenen und heruntergekommenen Gebäuden. „Mir geht es darum, die Ästhetik dieser verlassenen Bauten einzufangen und abzulichten“, erklärt der 39-jährige. Dabei handele es sich seiner Meinung nach um Objekte, die in naher oder ferner Zukunft abgerissen werden. Die meisten Gebäude befinden sich in Ostdeutschland. „Ich betreibe dieses Hobby aus rein privatem Interesse mit der Absicht, Bauten vor 1945 und sonstige Gebäude, die typische Merkmale der DDR-Zeit oder davor aufweisen, zu dokumentieren“, verrät er.

Marcel Gansau mit seinem wichtigsten Werkzeug, der Kamera.

Er selber ist 1975 in der DDR geboren und aufgewachsen. Heute lebt und arbeitet er als Altenpfleger in Klötze. Seine Leidenschaft fürs Fotografieren hat er seit seiner Kindheit. „Fotos fertige ich seit Kindestagen an, mein Vater hat es mir beigebracht. Er fotografiert selbstverständlich auch.“

Was ihn an so verlassenen Gegenden fasziniert? „Die Stille“, sagt er. Eines bedauert Marcel Gansau jedoch sehr: „Fotografie in solchen Verlassenschaften habe ich erst vor zehn Jahren begonnen. Viel zu spät, wenn man bedenkt wie es in der DDR doch aussah.“

Eine ehemalige Bezirksparteischule aus DDR-Zeiten. An der Klassenzimmerwand hängt noch das Bild von Erich Honecker.

Eigentlich steht der junge Fotograf nicht so gerne in der Öffentlichkeit. Unter seinem Namen stehe auch nicht so viel im Internet. Durch seinen längst vorgeplanten Urlaub konnte er nicht bei der Ausstellungseröffnung in Gardelegen dabei sein. Dafür war er mal wieder auf Motivsuche unterwegs. Die Ausstellung im Gardelegener Museum ist bis zum 11. Juni immer dienstags von 13 bis 16 sowie mittwochs und donnerstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Von Marilena Berlan

Kommentare