Klötzer Arbeitsgruppe diskutierte Möglichkeiten der Unterstützung

Förderverein für den Tierpark

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Für den Klötzer Tierpark Arche Noah könnte ein Förderverein als Unterstützung gegründet werden.

Klötze. Mit möglichst wenig finanziellen Mitteln viel erreichen: Das wäre der Wunsch der Stadt Klötze, um den Tierpark Arche Noah wieder auf Vordermann zu bringen.

In der Arbeitsgruppe des Stadtrates zur Zukunft des Tierparks wurde auch die Idee eines Fördervereins besprochen, informierte Bürgermeister Matthias Mann auf AZ-Anfrage.

Durch den Förderverein könnten nicht nur finanzielle Mittel eingeworben werden, um Investitionen in die Tat umzusetzen. Es wäre auch möglich, durch Arbeitseinsätze und mit handwerklichem Geschick die Anlage durch Eigenleistung wieder herzurichten.

Die Mitglieder der Klötzer Ortsgruppe der Linkspartei, die bereits eine Art Patenschaft für den Tierpark übernommen haben und bei Arbeitseinsätzen schon Bänke und Zäune strichen, könnten dabei die Vorreiter werden. Aus ihren Reihen stammt auch die Idee für den Förderverein, berichtete Matthias Mann weiter. So wie in anderen Kommunen Fördervereine beispielsweise die Verantwortung für die Freibäder übernommen haben, könnte das in Klötze beim Tierpark umgesetzt werden.

Die Stadt würde sich dann verpflichten, den Verein finanziell zu unterstützen, hätte aber nicht mehr die Gesamtkosten für die Einrichtung zu tragen, nahm Matthias Mann die Fördervereins-Idee im AZ-Gespräch auf. „Das ist eine gute Überlegung, die zu einem gemeinsamen Nutzen führen kann“, ist der Verwaltungschef zuversichtlich.

Engagement statt Investitionen

Die Tage des Rotwilds im Tierpark sind gezählt, zu aufwendig sind die Haltungsbedingungen.

Die neu gegründete Tierpark-AG des Klötzer Stadtrates hat ihre Arbeit aufgenommen. Und zwar mit einer Art Bestandsaufnahme des Vorhandenen. Dazu trafen sich die Mitglieder kürzlich direkt vor Ort im Tierpark. Mit dabei waren für die Verwaltung Kämmerin Elke Oelze und Irina Bitter vom Hauptamt sowie der Tierpfleger Thomas Paasch.

„Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben einige Schwachstellen gesehen“, informierte Bürgermeister Matthias Mann auf AZ-Anfrage. Er selbst hatte an dem Treffen nicht teilnehmen können, hatte sich aber informieren lassen. Und die Bilanz fiel nicht besonders positiv aus: Denn die Teilnehmer machten einige Punkte aus, die sich durch etwas mehr Engagement des Mitarbeiters hätten beseitigen lassen, so Mann.

„Es geht nicht nur um Geld und Investitionen“, betonte der Bürgermeister. Viele Kleinigkeiten seien es, die auch ohne Geld und große Anschaffungen erledigt werden könnten. Und darauf hätten die AG-Mitglieder bei der Besichtigung in deutlichen Worten aufmerksam gemacht. Kaputte Bretter an den Unterständen, Löcher im Zaun – das seien Punkte, die auch ohne gesonderte Aufforderung erledigt werden könnten. Sauer aufgestoßen sei den Gästen auch, dass nicht einmal die Rasenfläche im Eingangsbereich gemäht war, berichtete der Bürgermeister weiter. Obwohl bekannt war, dass sich die Tierpark-AG das Gelände ansehen möchte. So machte die Klötzer Arche Noah einen eher ungepflegten Eindruck, wie er auch von Besuchern in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden ist.

„Es wurden einige Reserven entdeckt“, so Matthias Mann zur AZ. Wichtig sei, so betonte der Bürgermeister, dass die AG-Mitglieder den Zustand des Tierparks persönlich unter die Lupe genommen haben, bevor sie sich Gedanken über eine Neugestaltung machen. Deutlich wurde bei dem Besuch auch, dass nicht mehr – so wie vor ein paar Jahren noch – über ABS die Gehege saniert und erneuert werden könnten. Die Zeiten sind vorbei, erinnerte der Bürgermeister. Auch dafür sollte bei dem Termin Verständnis geweckt werden. Entschieden werden müsse nun, welche Reparaturen gemacht werden sollen und wo richtig investiert werden muss. „Und dabei müssen wir immer die rechtlichen Bedingungen im Auge behalten“, erinnert Matthias Mann weiter. Denn für die Unterbringung von Tieren gibt es klare Haltungsvorschriften.

Geklärt werden müsse auch, ob die Anlage ein Tierpark oder ein Zoo sein solle und in welche Richtung sich das Ganze entwickeln soll. Zwar ist das Tierpark-Konzept mit seinen millionenschweren Investitionen vom Tisch, aber ganz aufgegeben hat der Bürgermeister die Vorhaben noch nicht. So hofft er immer noch darauf, auf dem Gelände „für Kinder eine kleine Erlebniswelt zu schaffen“, so Mann im AZ-Gespräch. Das Stichwort Umweltbildung soll dabei umgesetzt werden.

Unterstützung bekamen die Mitglieder der Tierpark-AG bei ihrer Besichtigung von einem Berater, der sich kostenlos, wie der Bürgermeister betont, zur Verfügung gestellt hatte. Der Experte hat unter anderem bei der Umgestaltung des Stendaler Tierparks mitgewirkt und hat angeboten, die Klötzer Tierpark-AG mit seinem Wissen zu unterstützen. Ganz unverbindlich hatte Matthias Mann ihn deshalb eingeladen, an der Besichtigung des Gelände teilzunehmen.

„Was wir machen können, ist Reparatur, auch wenn der Wunsch eher Investition ist“, fasst Mann zusammen. Er ist sich sicher, dass es zahlreiche Einwohner gibt, die am Erhalt des Klötzer Tierparks Interesse haben und sich dafür auch engagieren würden. So entstand die Idee, einen Förderverein für den Tierpark ins Leben zu rufen. Auch das ist ein Punkt, den die Arbeitsgruppe in ihren Beratungen behandeln soll.

Von Monika Schmidt

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