So früh wie noch nie

Erste Drömlings-Störche kehren aus ihren Winterquartieren zurück

+
Zwei Tage nach seiner Ankunft in Mieste fotografierte Manfred Schwabe den ersten Weißstorch in der Region. Dieser war so früh wie noch nie in sein Brutgebiet zurückgekehrt.

Drömling. Dank des milden Winters können es die ersten Drömlings-Störche scheinbar kaum erwarten, in ihre Brutgebiete zurückzukehren. Bereits am 2.  Februar landete in Mieste der erste Adebar in der Region.

„Der ist jedes Jahr relativ früh da – so früh war es allerdings noch nie“, sagt Naturpark-Mitarbeiter Wolfgang Sender auf Nachfrage der AZ. Genau eine Woche später erschien dann in Dannefeld der nächste Rückkehrer, und auch die Steimker wollen die ersten Weißstörche bereits gesehen haben. Im benachbarten Landkreis Gifhorn sollen es sogar schon mehr als ein Dutzend Vögel sein.

Bei diesen, so weiß der Storchenexperte, handelt es sich allerdings durchweg um sogenannte Westzieher, die normalerweise in Spanien überwintern, aufgrund der milden Witterung aber zum Großteil in den Niederlanden und in Frankreich geblieben sind und es dadurch nicht weit zu ihren Brutplätzen haben. Im Drömling kommen dagegen neben den West- auch die Ostzieher vor, die bis ins südliche Afrika ziehen und deshalb wohl zu ihren gewohnten Zeiten zurückkehren werden – die letzten Ende April, Anfang Mai.

Ob die frühen Rückkehrer einen Vorteil gegenüber ihren später heimkehrenden Artgenossen haben, lasse sich noch nicht sagen. „Der Winter ist noch nicht vorbei“, warnt Wolfgang Sender. So habe es, noch gar nicht lange her, einen ebenso milden Winterverlauf wie in diesem Jahr gegeben – und dann im März noch einmal kräftig Neuschnee. Dieser könnte den Schreitvögeln zu schaffen machen.

Derzeit haben die Weißstörche nach Einschätzung des Naturpark-Mitarbeiters aber ein sehr gutes Auskommen. Die Annahme, dass Störche hauptsächlich Amphibien fressen würden, sei ein noch oft geglaubter Trugschluss. „Störche sind Nahrungsgeneralisten und nehmen die Beute, die am leichtesten zu erreichen ist“, erklärt Sender. Momentan seien es die reichlich vorkommenden Feldmäuse.

Von Matthias Mittank

Kommentare