Bauernverbandschef geht von eher durchschnittlichen Ergebnissen aus / Preise weiter im Keller

Erntebeginn kein Grund zur Euphorie

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Pause bei der Getreideernte: Wetterbedingt können die Landwirte, wie hier bei Lockstedt, derzeit maximal die Stoppeläcker für die nächste Kultur vorbereiten.

Klötze. Das Rattern der Mähdrescher ist wieder verstummt. Wetterbedingt müssen die altmärkischen Landwirte in der begonnenen Erntezeit erstmal eine Pause einlegen.

Dennoch haben es die meisten Betriebe geschafft, das erste Getreide, nämlich die Gerste, vom Halm zu nehmen, schätzt Raimund Punke, Vorsitzender der Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel, ein.

Und was bislang eingefahren wurde, kann sich sehen lassen. „Die Gerste und auch die Braugerste sind von sehr guter Qualität, das Hektolitergewicht stimmt“, freut sich der Geschäftsführer der Klötzer Milcherzeugergenossenschaft. Allerdings blieben die Erträge, zumindest rund um Klötze, unter den Erwartungen. Das Ziel, 60 Doppelzentner pro Hektar einzufahren, wurde bei der Gerste nicht ganz erreicht. „Das kann woanders aber besser aussehen“, so Punke.

Und auch die Preise stimmen den Bauernverbandsvorsitzenden nicht zufrieden. 119 Euro für eine Tonne Gerstenkorn würde der Getreidehandel derzeit zahlen. „Wir waren auch schon mal bei 150 Euro Euro je Tonne“, erinnert der Klötzer. Ähnlich bescheiden sieht es derzeit beim nun folgenden Getreide, dem Roggen, aus. 116 Euro je Tonne bekämen Betriebe momentan ausgezahlt – aber nur bei entsprechend hoher Qualität. Gibt es bei dieser Abzüge und ist der Roggen nur als Futter verwertbar, sind es sogar nur 106 Euro. Zum Vergleich: 130 Euro je Tonne gab es in preislich besseren Zeiten.

Kehrt das Sommerwetter zurück, steht bei so manchen Betrieben als nächstes wohl die Roggen-Ernte an – noch vor dem Raps. „Das ist ungewöhnlich – kann aber an dem frühen Drillen des Roggens liegen“, so Punke. Doch noch bräuchte der Roggen vielerorts noch ein paar Tage zum Reifen.

Insgesamt zeichne sich für dieses Jahr eine eher durchschnittliche Getreideernte ab. „Es gibt keinen Grund, euphorisch zu werden“, so der Bauernverbandschef. Das hänge auch mit der langen Trockenzeit im Mai zusammen, unter der viele Kulturen gelitten hatten. Manche Feldfrüchte haben nach den ergiebigen Regenmengen der zurückliegenden Woche aber auch wieder aufholen können. So steht der Mais derzeit sehr gut da, zumindest dort, wo die Sturmtage nicht für ein Umknicken der Stängel gesorgt haben. Auch mit den zu erwartenden Erträgen bei den Zuckerrüben – „egal auf welchem Standort“, so Punke – sieht es gut aus. Für Kartoffeln, die in der Region kaum noch angebaut werden, könnte es dagegen zuletzt etwas zu nass gewesen sein.

Von Matthias Mittank

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