Fricopan: Wirtschaftsministerium sucht Investor / Mitarbeiter wissen nicht weiter

Felgner: "Es gibt ernstzunehmende Interessenten"

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Das Immekather Fricopan-Werk.

Klötze. „Es gibt ernstzunehmende Interessenten“, verkündete Wirtschaftsminister Jörg Felgner (SPD) am Dienstagnachmittag in Klötze „bei aller Vorsicht“ mit Blick auf die Fricopan-Nachfolge.

Wirtschaftsminister Jörg Felgner.

Sein Ministerium arbeite seit Wochen mit Hochdruck daran, einen Investor zu finden. Ob es jedoch zu einem Vertragsabschluss komme, müsse abgewartet werden. Felgner hatte sich im Rathaus unter anderem gemeinsam mit Landtagsabgeordneten, der Marketinggesellschaft, Bürgermeister, Landrat und mit dem Fricopan-Betriebsrat getroffen, um über den neuesten Stand der Verhandlungen zu sprechen. Der Aryzta-Konzern war nicht vertreten, was der Minister bedauerte. Über 200 potenzielle Investoren hatte das Land angeschrieben. Der Standort in Immekath dürfe nicht zu einer Industriebrache werden, wünschte sich Jörg Felgner. „Wir würden dem Investor eine Basis bieten, um in der Region weiterzumachen“, versicherte auch Bürgermeister Matthias Mann die Unterstützung der Stadt für einen Nachfolgebetrieb. Ebenso Landrat Michael Ziche, der darauf hinwies, dass der Kreis sehr wohl in den vergangenen Jahren etwas zur Verbesserung der Verkehrsanbindung von Immekath getan habe: „Zwei Brücken wurden saniert, so dass sie mit 40-Tonnern befahrbar sind, und die Zufahrtsstraßen sind ssaniert“, erinnerte Ziche. Der Kreis sei zudem bereit, sein Konzept für den Kreisstraßenausbau noch einmal zugunsten von Immekath zu verändern, wenn dies von einem potenziellen Investor gewünscht werde.

Fricopan-Betriebsratsvorsitzende Gerdea Hentschel.

Dass die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und der Konzernspitze am Montag als gescheitert erklärt wurden, bedauerten alle Teilnehmer des Treffens. Sie hoffen, dass es noch zu einer Einigung kommt. Gerda Hentschel, Betriebsratsvorsitzende von Fricopan, hatte gestern auch gute Nachrichten: „Es gibt schon einige Mitarbeiter, die einen neuen Job in petto haben“, erklärte sie. Allerdings wüssten diese nun nicht, wie sie sich verhalten sollen: Sollen sie jetzt kündigen oder später, um eine Abfindung zu bekommen. „Die haben sie sich schließlich jahrelang erarbeitet.“ Gerda Hentschel machte aber auch deutlich, dass die gesamte Situation an den Mitarbeitern nagt. Die Stimmung sei schlecht, einige sind krank geworden und haben deshalb inzwischen von sich aus gekündigt. „Sie haben das Unternehmen verlassen, weil sie den Druck nicht mehr ausgehalten haben.“

Von Monika Schmidt

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