Höppner: „Umsteuern in der Wirtschaftsförderung dringend erforderlich“

Ermittlungen gegen Aryzta

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Ende August verlassen bei der Fricopan Back GmbH in Immekath nach zwei Jahrzehnten die letzten Produkte das Werksgelände.

Halle / Immekath. Nachdem Landtagsabgeordneter Andreas Höppner (Die Linke) vor rund drei Wochen gegen den Fricopan-Mutterkonzern Aryzta Strafanzeige wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei der Staatsanwaltschaft Halle gestellt hatte, begrüßte er gestern „ausdrücklich“ den Beginn „intensiver Ermittlungen gegen den Backwarenkonzern“.

Aryzta baue seinen Standort in Eisleben mit mehreren Millionen Euro Fördermitteln aus. Gleichzeitig jedoch werde das Tochterunternehmen, die Fricopan Back GmbH Immekath, ebenfalls in Sachsen-Anhalt gelegen, zum Monatsende geschlossen, verwies der frühere Betriebsratsvorsitzende der Fricopan Back GmbH Immekath in einer Pressemitteilung noch einmal auf die Gründe für seine Anzeige.

Fördermittel seien dafür da, Unternehmen dabei zu unterstützen, Arbeitsplätze langfristig zu schaffen und zu erhalten. Aryzta praktiziere hier das genaue Gegenteil, so Höppner weiter. „Für die Landtagsfraktion der Linken bleibe es – nicht nur angesichts der Machenschaften von Aryzta – dabei: Ein Umsteuern in der Wirtschaftsförderung des Landes Sachsen-Anhalt ist dringend erforderlich“, so Höppner, der auch wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist.

In 18 Tagen endet nach zwei Jahrzehnten bei Fricopan in Immekath die Produktion von Backwaren. Rund 500 Beschäftigte verlieren ihren Job. Bis zum Ende des Jahres läuft die Abwicklung des Unternehmens. Ein Nachfolger für das Werksgelände konnte bislang nicht präsentiert werden.

Von Matthias Mittank

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