Bahnstrecken-Reaktivierung: Skepsis bei Klötzer Stadträten überwiegt

„Eher eine Eintagsfliege“

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Mehrere hundert Fahrgäste nutzten am Sonntag die Möglichkeit für eine Sonderfahrt zwischen Salzwedel und Klötze. Dass sich auf der 32 Kilometer langen Bahnstrecke wieder ein dauerhafter Betrieb einstellen wird, daran glauben jedoch die wenigsten.

Klötze. Nach zwölf Jahren Dornröschenschlaf verkehrte auf der Bahnstrecke Salzwedel-Klötze am Sonntag erstmals wieder ein Triebwagenpaar (AZ berichtete).

Die Sonderfahrt bezeichnen die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) und der Bahnkunden-Verband Altmark-Wendland als ersten Schritt zur Reaktivierung der Gesamtstrecke von Dannenberg bis nach Oebisfelde. Die AZ fragte bei Klötzer Kommunalpolitikern nach, welche Chancen sie für die Bahnverbindung zwischen der Hanse- und der Purnitzstadt sehen.

„Eher als Eintagsfliege“, sieht Klötzes Bürgermeister Matthias Mann die Sonderfahrt am Wochenende an. Für bestimmte kulturelle Höhepunkte in den beiden Städten seien weitere Fahrten denkbar. Dass die Strecke im Rahmen eines ständigen Personennah- oder Güterverkehrs angenommen werde, dafür fehle dem Stadtoberhaupt aber der Glaube. Große Werke seien zwar in der Nähe, dass sich das Umladen von Lkw auf die Schiene für diese rechnet, könne sich Mann nicht vorstellen.

Skeptisch zeigt sich auch Klaus Ewertowski (CDU): „Wir haben im Landkreis einen gut funktionierenden ÖPNV, der in erster Linie von den Schülern genutzt wird. Warum sollte man parallel auf der Schiene weitere Fahrgäste transportieren?“, fragt sich der Stadtratsvorsitzende. Für den Tourismus bezeichnete Ewertowski die Strecke als „interessante Sache.“

Von Matthias Mittank

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