Ziel Forstwirt: Für vier junge Männer hat die Ausbildung in der Lehrlingsausbildungsstätte Zartau im Klötzer Forst begonnen

Drei familiär Vorbelastete und ein Holländer

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Vor wenigen Tagen hat für sie die Ausbildung auf dem Zartau im Klötzer Forst begonnen (v.l.): Hans-Rudolf Fügner, Sander Postmus, Leon Jeschke und Malte Schwarze wollen Forstwirte werden.

mit Klötze. Die Eltern sind beide Forstwirte und auch der Bruder hat in der Lehrlingsausbildungsstätte Zartau gelernt – für den 17-Jährigen Hans-Rudolf Fügner aus dem Flechtinger Ortsteil Hilgesdorf scheint der berufliche Werdegang vorprogrammiert zu sein.

„Wo wir wohnen ist viel Wald und wir machen auch viel im Wald“, weiß der junge Mann aus dem Landkreis Börde genau, auf was er sich einlässt. Später, so erklärt er im Gespräch mit der AZ, wolle er Rückezug- oder Harvesterfahrer werden. Vor wenigen Tagen begann für ihn – wie für drei weitere angehende Forstwirte – die Ausbildung im Klötzer Forst.

Dass man aber auch ohne familiären Hintergrund Chancen hat, einen der begehrten Lehrlingsplätze des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark in Klötze abzubekommen, beweist Sander Postmus. Der 27-Jährige aus Groningen im Norden von Holland hatte zuvor im Hotel-Gewerbe gearbeitet und lebte davor zwei Jahre in Berlin. Der Liebe wegen zog es ihn nach Dannefeld, wo die Familie seiner Freundin Wald besitzt. „Die Natur ist mir sehr wichtig – der Job im Büro hat mir einfach nicht mehr gefallen“, gibt der 27-Jährige als Motivation für seine berufliche Neuausrichtung an. „Ich würde unglaublich gerne Förster werden“, gibt der Niederländer seinen Traum für die Zeit nach der dreijährigen Ausbildung an. Dass dafür noch ein Studium drangehangen werden muss, ist klar. Neben dem Wald interessiert Sander Postmus vor allem auch das Thema Waldpädagogik – der Jugend die Natur näher zu bringen, das könne er sich sehr gut vorstellen.

„Förster werden“, ist auch das Ziel von Leon Jeschke. Der 16-Jährige aus dem Oebisfelde-Weferlinger Ortsteil Eickendorf ist ebenfalls familiär stark vorbelastet. Auch bei ihm sind beide Eltern Forstwirte. Er selbst sei sehr gerne und oft draußen an der frischen Luft – auf die Ausbildungszeit auf dem Zartau freue er sich bereits. Und wenn es mit dem Förster nicht klappt, werde er eben etwas anderes im forstlichen Bereich anstreben.

Auch Malte Schwarze will sich für die Zeit danach noch alle Wege offen halten. Zunächst stehe die Ausbildung zum Forstwirt klar im Mittelpunkt. Der 17-Jährige aus Salzwedel ist selbst viel mit dem Vater im Wald unterwegs – vor allem im eigenen bei Dähre.

Eines eint nach Einschätzung von Forstamtsleiter Helmut Jachalke alle vier Lehrlinge – und das sind die guten beruflichen Perspektiven. „Sie müssen sich keine Sorgen machen, in ihrem erlernten Beruf nicht unterzukommen“, weiß Jachalke – sei es beim Land oder in einem privaten Unternehmen. Auch mit Blick auf den Klimawandel und den sich daraus ergebenen Herausforderungen wie Wetterkapriolen und Schädlingskalamitäten seien junge Waldarbeiter, Forstwirte sowie Forstingenieur gefragt und so dringend benötigt wie lange nicht. Hinzu komme ein relativ hoher Altersdurchschnitt im forstlichen Sektor. „Bei und liegt er jenseits der 50 Jahre“, sagt der Forstamtsleiter zur Altersstruktur im Betreuungsforstamt.

Um die beruflichen Perspektiven wissen auch die Bewerber, die sich nach wie vor zahlreich an das Klötzer Forstamt wenden. „In diesem Jahr waren es fast 30“, sagt Roland Schuppe, neben Stephan Miehe Ausbilder auf dem Zartau, wo auch künftig Forstwirte ausgebildet werden sollen. „Die Ausbildung wurde vom Land für vier weitere Jahre bestätigt. Im nächsten Jahr bekommen wir sogar wieder fünf Lehrlinge“, freut sich Helmut Jachalke.

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