Symbolischer Spatenstich in Kusey / Zu Erntedank soll Richtfest sein

Doch kein BER der Altmark: Baustart fürs Pfarrhaus

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Den ersten Spatenstich nahmen vor (v. l.): Planer Olaf König, Pfarrer Bernd Schulz, der Bauausschussvorsitzende Andreas Gädicke, Klaus Vohs, Ortsbürgermeister und Mitglied im Planungsausschuss, sowie die Kirchenratsvorsitzende Ulrike Gottschlich.

Kusey. „Liebe ehemalige Nachbarn“ – so begann Pfarrer Bernd Schulz gestern Vormittag seine Ansprache. Die Kuseyer Kirchengemeinde hatte zum ersten Spatenstich für den Neubau des Pfarrhauses in Kusey geladen.

Wie das alte Pfarrhaus wird auch der Neubau mit der Längsseite zur Straße errichtet. Etwas mehr als 250 000 Euro werden für den Neubau – der gründlich durchkalkuliert ist – investiert.

Denn genau an der Stelle, wo Bernd Schulz mit seiner Familie 30 Jahre lang im alten Pfarrhaus an der Klötzer Straße wohnte, soll nun ein Neubau entstehen.

In der kommenden Woche ist der offizielle Baustart. Gestern ging es vor allem um den symbolischen Akt, um ein sichtbares Zeichen zu setzen, dass endlich Bauaktivitäten beginnen. „Ich hatte schon befürchtet, wir werden zum BER für die Altmark“, gab Bernd Schulz offen zu und meinte damit die starken Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Bau des Berliner Flughafens BER. Denn eigentlich sollte der Neubau schon längst stehen und bezogen sein. Aber nach der Auswahl des Projektes gab es noch einiges zu klären: Baukosten und Projekt mussten angepasst, die Finanzierung geklärt und die Anträge gestellt werden. Das zog sich hin, sodass sich der Baubeginn um ein gutes Jahr verzögerte. Nun liegt die Baugenehmigung vor, es kann begonnen werden.

Die Nachbarn und Vertreter des Kirchspiels Kusey-Steimke wollten vom Planer ganz genau wissen, wie das neue Gebäude auf der Fläche positioniert wird.

„Wir wollen Kusey als Zentrum für unseren Pfarrbereich stärken“, erklärte Bernd Schulz zu den Beweggründen des Gemeindekirchenrates für den Pfarrhaus-Neubau. Der Pfarrsitz selbst ist mit der Zusammenlegung der Pfarrbereiche Kusey und Steimke nach Steimke verlegt worden. „So lange das Pfarrhaus steht, wird es hoffentlich auch Mitarbeiter beherbergen“, erläuterte der Pfarrer. Es liege an der Synode, den Kirchenältesten und den Gemeindegliedern, in wie weit das Pfarrhaus in Kusey erhalten werden könne.

Letztendlich hatte es genügend Argumente für die Investition gegeben. Etwas mehr als 253 000 Euro werden in den Neubau investiert. Davon trägt die Kirchengemeinde 91 500 Euro aus Eigenmitteln sowie über einen Kredit, der in Höhe von 40 000 Euro aufgenommen wird. Die übrigen knapp 162 000 Euro werden durch Zuschüsse des Kirchenkreises und der Landeskirche finanziert.

Stieß mit den Nachbarn auf ein gutes Gelingen des Baus an: Martin Zander.

Bernd Schulz betonte nochmals die gute Nachbarschaft, die er mit seiner Familie in den 30 Jahren in Kusey vorgefunden hatte. Diese wünschte er auch Martin Zander und seiner Familie, die den Neubau beziehen werden. „Möge es immer ein offenes Haus sein und die Bewohner für alle ein offenes Ohr haben“, so der Wunsch des Pfarrers. Eine Sanierung des alten Gebäudes wäre für die Kirchengemeinde nicht finanzierbar gewesen, erinnerte Bernd Schulz und verschwieg nicht, dass es auch Kritik in der Gemeinde an Abriss und Neubau gegeben hatte. „Wir schaffen hier einen Wohn- und Arbeitsraum für zwei Mitarbeiter des Kirchenkreises“, erinnerte der Steimker Pfarrer. Gerade die notwendige Verbindung von Wohnen und Arbeiten mache die Wohnungssuche für die kirchlichen Mitarbeiter schwer, wusste Bernd Schulz. Für Familie Zander werde nun ein neues Zuhause geschaffen – in der Hoffnung, dass das auch sehr lange ihres bleibe. „Und falls er doch mal geht, hoffe ich, dass die Stelle schnell wieder besetzt wird“, blickte Bernd Schulz in eine noch ungewisse Zukunft.

Mit dem symbolischen Spatenstich begannen gestern die Arbeiten auf dem Grundstück. Wenn alles gut läuft, „feiern wir zu Erntedank Richtfest“, kündigte Planer Olaf König an, der das Haus entworfen hat. Im nächsten Jahr soll dann der Einzug der Familie erfolgen.

Von Monika Schmidt

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