Gemeindekirchenrat will Solidarität stärken

Nach Einbruchserie in der Region: „Die Leute haben Angst“

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Es ist nicht nur materieller Schaden, den Einbrecher hinterlassen, sondern auch ein verlorengegangenes Sicherheitsgefühls. Um Erfahrungen auszutauschen und sich mehr zu vernetzen, gibt es nächsten Dienstag einen Infoabend im Steimker Pfarrhaus.

Steimke / Jahrstedt / Kusey. Nach den jüngsten Einbrüchen in der Region rund um Steimke, Jahrstedt und Kusey ist die Verunsicherung auf den Dörfern groß. So groß, dass nicht einmal jeder Diebstahl beziehungsweise Einbruch zur Anzeige gebracht wird.

Davon ist zumindest Pfarrer Bernd Schulz aus Steimke nach Gesprächen mit Gemeindegliedern überzeugt. „Die Leute haben Angst“, sagt der Steimker, der mittlerweile bereits viermal selbst betroffen war.

Doch gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat Steimke-Kusey soll es nun in die Offensive gehen. So sind alle Interessierten sind am kommenden Dienstag, 25. August, ab 19 Uhr zu einem Infoabend, bei der die Polizei Aufklärungsarbeit leisten wird, ins Steimker Pfarrhaus eingeladen. „Man sollte der Angst nicht mit Rückzug begegnen, sondern mit Solidarität“, so der Pfarrer, der im AZ-Gespräch im selben Atemzug aber auch gleich darauf verweist, dass es nicht um die Gründung einer Bürgerwehr gehe. Hauptanliegen seien vielmehr ein Erfahrungsaustausch und mehr Vernetzung unter den Einwohnern. Von Experten wisse Schulz, dass aufmerksame Nachbarn die Täter am ehesten abschrecken. Zu einem späteren Zeitpunkt, so hat der Steimker mit der Polizei bereits abgesprochen, soll der Info-Bus des Landeskriminalamtes (LKA) vor Ort Station machen.

Was es heißt, sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu fühlen, weiß Schulz nur zu gut. Als der Pfarrer vor knapp vier Wochen mit seiner Frau nach einem dreiwöchigen Urlaub nach Hause kam, war die Wohnung komplett auf dem Kopf gestellt (AZ berichtete). Hatten es die Diebe beim ersten Einbruch rund um Pfingsten 2014 nur auf die Elektrogeräte abgesehen, wurden diesmal auch zahlreiche Einrichtungsgegenstände zerstört. Zudem wurde die Werkstatt, in die schon einmal eingebrochen wurde, „bis zum letzten Dübel“ leergeräumt. Der materielle Schaden von zusammen 8000 Euro sei von der Versicherung zwar kulant beglichen worden. Die Nachfolgewirkungen seien jedoch erheblich. „Habe ich die ersten Einbrüche noch wegstecken können, greift mich das jetzt ganz schön an“, sagt der Pfarrer.

Er hat Lehren aus den ersten Einbrüchen gezogen und kann jedem nur empfehlen, wichtige oder sensible Daten nicht nur passwortgeschützt auf dem Computer zu sichern, sondern auch online in der sogenannten Daten-Cloud. „Zunächst hatte ich Daten auf externen Festplatten gesichert – aber wenn diese auch gestohlen werden, bringt das nichts“, so der Pfarrer, der im Internet zudem sämtliche Seriennummern und Kaufdaten von Elektrogeräten gesichert hat. „Wird die Polizei fündig, können die Geräte leichter zugeordnet werden“, erklärt der Steimker. Um weitere Tipps soll es am kommenden Dienstag gehen.

Im Falle der Einbrüche in Steimke und Jahrstedt vermutet Pfarrer Bernd Schulz ein und denselben Täter. „Die Polizei ist dran“, so Schulz.

Von Matthias Mittank

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