„Die Bestimmung muss vom Tisch“

Schielke: Kreistag soll alte Verordnung aus DDR-Zeiten zum Schutz des Klötzer Forstes kippen

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Bei schönem Wetter ist die Sitzgruppe am Schwiesauer Teich ein ganz idyllisches Fleckchen Erde. Derzeit können Besucher dort einem großen Frosch- und Krötenkonzert lauschen.

Schwiesau. Dass die Schwiesauer Wassertretstelle in ihrer gesamten Anlage eine der schönsten Sitzecken in der Altmark ist, wie Erbauer Dr. Wilfried Schielke sie gern bezeichnet, ist unbestritten.

Frösche, Kröten und Molche: Auf den Wiesen rund um die Sitzgruppe tummeln sich die Tiere, die frisch aus dem Winterschlaf erwacht sind.

Doch mit seinem Projekt am gegenüberliegenden Stausee hat er sich den Ärger des Umweltamtes eingehandelt. „Den Ausschlag gab der Wunsch nach einer sonnigen und windgeschützten Ecke“, begründete Wilfried Schielke bei seinem Vortrag bei der Blinden-Selbsthilfegruppe, warum neben der Wassertretstelle vom Verein Altmärkische Schweiz noch eine zweite Sitzgruppe gebaut wurde. Dabei wurden den Erbauern viele Steine in den Weg gelegt, ärgert sich Schielke noch immer. Und er berichtete, dass sich das Umweltamt bei seinen Auflagen auf ein Gesetz vom 28. Februar 1979 zur Entwicklung des Klötzer Forstes und der Hellberge beruft. Damit sei zu DDR-Zeiten versucht worden, die Bevölkerung vom Wald fernzuhalten. Besucher oder gar Tourismus waren nicht erwünscht. Dass dieses Gesetz noch immer gilt, obwohl sich die Zeiten längst geändert haben, ärgert den Klötzer. Und er fordert eine Anpassung an die moderne Zeit. Dafür sollen sich Stadt-Bürgermeister Matthias Mann und der Altmarkkreis einsetzen, fordert Schielke. Dem Bürgermeister, der auch Kreistagsmitglied ist, hat er einen langen Brief geschrieben, mit der Bitte, dass er sich beim Kreis für den Erhalt der Anlage einsetzen möge. „Diese alte Bestimmung muss vom Tisch“, fordert Wilfried Schielke. Sein Verein Altmärkische Schweiz setze sich für die Natur ein, erinnert er. Die Schönheiten der Region sollen dabei besonders hervorgehoben werden. „Wenn das nicht gewollt ist, müssen wir den Verein auflösen“, kündigt der Klötzer an.

Vom kreislichen Umweltamt bekomme der Verein immer wieder neue Auflagen gestellt. „18 Auflagen waren es insgesamt, nur manche davon verstehe ich“, berichtete Dr. Schielke. So musste, um zu verhindern, dass die Nutzer der Sitzgruppe in den Teich fallen, eine Barriere gebaut werden. Andere Auflagen ergeben für den Klötzer keinen Sinn. Trotzdem hofft Wilfried Schielke für die Zukunft auf eine bessere Zusammenarbeit mit dem Umweltamt. „Ich hoffe, dass sich die Vernünftigen dort durchsetzen“, sagte er.

Von Monika Schmidt

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