Altmarkkreis-Polizeisprecher zur Experten-Forderung nach Tempo 80 auf Landstraßen

„Der Autofahrer muss aufmerksam sein“

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2013 starben 1934 Menschen bei Verkehrsunfällen auf Landstraßen. Verkehrsexperten hoffen mit einem Tempo-80-Limit, diese Zahl deutlich zu senken.

kas Klötze. Noch bis Freitag diskutiert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat im niedersächsischen Goslar über ein Tempo-Limit von 80 km/h auf Landstraßen, dann will er eine Entscheidung treffen. Das Tempolimit soll für Straßen mit weniger als sechs Metern Breite gelten.

Ziel der neuen Regelung ist es, die Zahl der Verkehrsunfälle und vor allem der Verkehrstoten auf diesen Strecken zu reduzieren. Allein 2013 starben in Deutschland 1934 Menschen bei Unfällen auf schmalen Landstraßen. Das sind rund zwei Drittel der Verkehrstoten insgesamt. Im vergangenen Jahr könnte nach jüngsten Hochrechnungen diese Zahl sogar noch gestiegen sein.

Ob eine generelle Regelung von Tempo 80 sinnvoll ist, ist fraglich. Fakt ist allerdings, dass nur weil 100 km/h erlaubt sind, nicht auch automatisch Tempo 100 gefahren werden kann. Oft sind Landstraßen ziemlich weit vom Idealzustand entfernt, sondern schmal, kurvig und teilweise sehr holperig. Vielen Autofahrern wird gerade dort überhöhte Geschwindigkeit zum Verhängnis.

„Welche Geschwindigkeit angebracht ist, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Sie ist aber der entscheidende Punkt, wenn es um die Schwere eines Unfalls geht, egal ob ich der Alleinverursacher bin oder nicht“, weiß Frank Semisch, Polizeisprecher des Altmarkkreises Salzwedel. Gerade bei einer Fahrbahnbreite von weniger als sechs Metern steigt das Unfallrisiko. In Bereichen von Alleen seien deshalb vielerorts längst Geschwindigkeitsbegrenzungen angebracht worden. „Als Autofahrer muss man in solchen Situationen aufmerksamer sein, egal ob beim Begegnungsverkehr oder beim Überholvorgang. Ich kann auch mit 80 einen Lkw überholen, der nur 60 fährt und auf das Bankett geraten“, erklärt der Polizist und appelliert an die Vernunft der Autofahrer.

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