„Derzeit überwiegt das Positive“

Bürgermeisterwahl: Matthias Mann hat sich Entscheidung zur Kandidatur gut überlegt

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Fast auf den Tag genau vor sieben Jahren wurde am 27. September 2009 in Klötze der erste Bürgermeister der Einheitsgemeinde gewählt. Matthias Mann siegte als Kandidat der CDU deutlich gegen Klaus Ewertowski, der als Einzelbewerber angetreten war.

Klötze. Beim Punkt Anfragen und Mitteilungen wurde im Stadtrat am Mittwoch zunächst ausführlich über Sperrmüll diskutiert. Erst, als Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski den Punkt schon fast beenden wollte, meldete sich Bürgermeister Matthias Mann.

„Ich hätte da noch eine Mitteilung zu machen“, erklärte er. Diese war schon von den Stadträten erwartet worden, denn Mann hatte im Vorfeld angekündigt, sich am Mittwoch zur anstehenden Bürgermeisterwahl zu äußern. „Ich beabsichtigte, zu kandidieren“, erklärte Matthias Mann schlicht und erntete dafür den aufmunternden Applaus der Stadträte.

Leicht gemacht habe er sich die Entscheidung nicht, räumte er am Donnerstag im Pressegespräch ein. „Man muss vieles abwägen.“ Mit den Kindern und seiner Frau, aber auch mit nahestehenden Bekannten habe er im Vorfeld gesprochen. Eine konkrete Empfehlung gaben sie ihm nicht. „Das musst du selber wissen“, sei in den meisten Fällen die Antwort gewesen.

Aber gute Hinweise habe es von den Befragten gegeben. Ausschlaggebend für die Kandidatur war letztendlich vor allem: „Ich habe nach wie vor Freude an der Aufgabe“, erklärte Matthias Mann. Bürgermeister sei ein „herrlicher Job“. Man es könne es allerdings nicht jedem Recht machen, müsse mit Kritik, teilweise sogar Hass, umgehen lernen. „Aber jeder, der Verantwortung trägt, kennt das“, ist sich der Kuseyer bewusst, dass es überall „Neider und Gegner“ gebe. Dass er seine Kandidatur schon jetzt, vor der eigentlichen Wahlausschreibung bekannt gemacht habe, „ist auch ein Zeichen an die mitbewerbenden Parteien und Interessenten.“ Nun wisse zumindest jeder, woran er in Sachen Amtsinhaber ist.

Seit über 20 Jahren ist Matthias Mann zunächst als ehrenamtlicher Bürgermeister von Kusey und seit 2009 als Bürgermeister von Klötze tätig. Vieles habe sich in den Jahren geändert. „Das Miteinander ist auf der Strecke geblieben“, bedauert er. Stattdessen seien die Diskussionen aggressiver geworden und vieles unter der Gürtellinie gelandet. Und trotzdem: „Derzeit überwiegt das Positive“, so Mann, „sonst hätte ich es nicht gemacht.“

Ein Grund ist auch, dass er viele Dinge noch zu Ende bringen möchte, zum Beispiel die Umstellung auf Doppik. „Es ist vieles eingerührt, von dem ich gerne noch das Ergebnis wissen möchte.“ Sei es die Zukunft von Fricopan, die neue Förderperiode der EU mit ihren Möglichkeiten oder langfristig laufenden Planungen. „Ich kann jetzt nicht einfach aussteigen“, ist Matthias Mann überzeugt.

Von Monika Schmidt

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