Bauboom in Buchhorst lässt Klaus Gerike um seinen Heimatort nicht bange werden

„Buchhorst ist einfach lebenswert“

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An der Röwitzer Straße und der Hauptstraße in Buchhorst werden derzeit mehrere Einfamilienhäuser neu gebaut. Das kleine Dorf profitiert von der Nähe zu Wolfsburg und dem Naturpark.

Buchhorst. Kaum eine Stadtratssitzung in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen vergeht ohne den Tagesordnungspunkt „Neubau von Eigenheimen“.

Aus den unterschiedlichen Gründen müssen beim Bauen in den Ortsteilen häufig Bebauungspläne aufgestellt werden, zum Beispiel weil es keinen gültigen Flächennutzungsplan für den Ort gibt oder weil das betroffene Grundstück im Außenbereich liegt. Dann ist die Beantragung zwar etwas schwieriger, als wenn mitten in Oebisfelde in einem ausgewiesenen Neubaugebiet ein Haus errichtet werden soll, die Mühe lohnt sich aber. Bestes Beispiel dafür ist Buchhorst. Dort sind seit dem vergangenen Jahr eine ganze Reihe von neuen Einfamilienhäusern entstanden. Die Röwitzer Straße ist damit einseitig fast komplett bebaut. Und auch an der Hauptstraße in Buchhorst tut sich etwas. Dort sollen am Ortsausgang Richtung Bleuenhorst ebenfalls neue Häuser gebaut werden.

„Es ist schön, wenn die Dörfer nicht aussterben“, begrüßt Klaus Gerike aus Buchhorst den „Bauboom“. Ihm liegt die Weiterentwicklung seines Heimatortes besonders am Herzen. Schließlich sichern die jungen Leute nicht nur den Fortbestand der Feuerwehr, ein weiteres Steckenpferd des langjährigen Wehrleiters. „Junge Familien bringen einfach Leben in den Ort, sie gehören hier hin“, ist Klaus Gerike überzeugt. Und es sind nicht nur Buchhorster, die in Buchhorst bauen. Auch von außerhalb ziehen neue Einwohner zu. Das liegt zum einen an der schönen Lage in der Natur, aber natürlich auch an der Nähe zu Wolfsburg. Mit dem Pkw ist es ein Katzensprung bis in die VW-Stadt – wobei allerdings auf der Landesstraße bis Wassensdorf tatsächlich so einige Sprünge gemacht werden müssen, denn sie ist in einem sehr schlechten Zustand. Das nehmen die Neubürger aber in Kauf, da sie dafür die Natur vor der Haustür haben und ein größeres Grundstück erwerben können als das in der Stadt oder in Niedersachsen möglich ist. Letztendlich ist der Eigenheimbau auch eine Kostenfrage. „Aber wer ein Haus baut, der will auch bleiben“, freut sich Klaus Gerike.

Und dass, obwohl es für die knapp 220 Einwohner von Buchhorst in Sachen Infrastruktur nicht so toll aussieht. „Früher hatten wir zwei Gaststätten, eine Krippe, einen Kindergarten, eine Schule und natürlich einen Konsum“, listet der geborene Buchhorster auf. Davon ist heute nur noch eine Gaststätte übrig, dazu gibt es das Dorfgemeinschaftshaus, in dem sich die Einwohner zum Feiern treffen können. Der Initiative des Stadtratsmitglieds ist es zu verdanken, dass das Dorf nicht nur über einen Spielplatz verfügt, sondern auch über einen Rastplatz für Drömlingstouristen und eine öffentliche Toilette. Und, darauf legte Klaus Gerike besonders Wert, auf eine Grünfläche, die so lang ist, dass die Feuerwehr ihre Bahn für den Löschangriff aufbauen kann. Auf dem Spielplatz steht im Übrigen ein Schild „Kinder erwünscht“, auch das ist ein Motto der Buchhorster. Darunter ein Storch mit einem Jungen im Nest, das Hinweisschild für die Storchentour des Miester Fremdenverkehrsvereins. In Buchhorst ist Meister Adebar als Bote für eine reiche Kinderschar genau richtig, insgesamt gibt es sechs Storchenhorste im Dorf.

Wenn die Baulücken an der Röwitzer Straße und der Hauptstraße geschlossen sind, bleibt noch die Bahnhofstraße, die bebaut werden könnte. Auch das liegt Klaus Gerike am Herzen, schließlich ist er an dieser Straße geboren. „Es ist schön, dass das Dorf weiterlebt“, freut sich der Buchhorster. Dass für viele Zuzügler die Natur den Ausschlag für die Wahl des neuen Heimatortes gibt, stellt sich bei der Rundfahrt durch den Ort unter Beweis. Während Klaus Gerike zeigt, wo an der Bahnhofstraße noch gebaut werden kann, kreuzt ein Reh mit seinem Kitz die Straße, bleibt stehen und guckt neugierig umher – mitten im Ort, das ist der Naturpark.

Von Monika Schmidt

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