Flammen schlugen hoch

Brisanter Einsatz für Feuerwehren beim Scheunenbrand in Gehrendorf

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Die Hauptsorge der Feuerwehren bestand darin, ein Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Wohnhäuser zu verhindern. Das gelang.

Gehrendorf. Zu einem Großeinsatz in Gehrendorf wurden am Donnerstag die Feuerwehren aus dem nördlichen Bereich der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen gerufen. An der Straße An der Aller brannte auf einem Privatgrundstück eine Scheune bis auf die Grundmauern nieder.

13 Ortswehren mit insgesamt 113 Feuerwehrleuten waren bei dem Scheunenbrand in Gehrendorf am Donnerstagnachmittag im Einsatz.

113 Feuerwehrleute aus 13 Ortswehren mit 22 Fahrzeugen, einschließlich Rettungswagen zur Sicherstellung, waren im Einsatz. Personen kamen nicht zu Schaden. Schon von weitem war eine dicke, schwarze Rauchwolke über Gehrendorf zu sehen. Zahlreiche Schaulustige hatten sich auf der Straße versammelt und beobachteten, wie die Flammen aus dem Gebälk der Scheune schlugen. Nach Angaben der Leitstelle des Bördekreises ging kurz nach 16 Uhr die Brandmeldung ein. Nachbarn hatten eine starke Rauchentwicklung bemerkt und den Notruf betätigt. Um 16.08 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Schon nach wenigen Minuten waren die Wehren aus Oebisfelde, Lockstedt, Bösdorf, Gehrendorf, Niendorf und Everingen vor Ort. „Da schlugen schon hohe Flammen aus dem offenen Dachstuhl“, sagte Einsatzleiter Frank Hartwig.

Um die Situation schnell in den Griff zu bekommen und ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus sowie auf die Nachbargrundstücke zu verhindern – was den Einsatzkräften auch gelang – forderte der Oebisfelder Wehrleiter Unterstützung durch andere Wehren an. Die Situation erwies sich als besonders brisant, da in der brennenden Scheune ein frisch gefüllter Tank mit 5 000 Liter Heizöl sowie je ein Behälter mit Altöl und Kohle gelagert waren. Zur Unglückszeit befand sich nur die Besitzerin im Wohnhaus, die erst durch laute Geräusche auf den Brand aufmerksam wurde und unverletzt das Grundstück verlassen konnte. Das in der Scheune eingesperrte Federvieh konnte allerdings nicht mehr gerettet werden.

Um 16.17 Uhr trafen dann die Feuerwehren aus Breitenrode, Buchhorst, Etingen, Kathendorf, Rätzlingen, Wassensdorf und Weddendorf ein. Aufgrund der hohen Temperaturen mussten sich die Feuerwehrleute beim Löschen ständig abwechseln. Besondere Vorsicht war geboten, da immer wieder Propangasflaschen explodierten. Atemschutzgeräteträger kamen nur kurzzeitig zum Einsatz. Das Heizöl, das auf die Straße lief, wurde versucht einzufangen.

Wie Einsatzleiter Hartwig informierte, habe es bei der Versorgung mit Löschwasser keine Probleme gegeben: „Gehrendorf hat drei Brunnen, die sich am Ortseingang von Oebisfelde kommend, am Dorfgemeinschaftshaus und in der Nähe des Denkmals befinden. Alles hat bestens geklappt.“

Inzwischen war auch die Oebisfelder Wasser und Abwasser GmbH (OeWA) benachrichtigt worden. „Die Hebestellen sind ausgeschaltet worden und das kontaminierte Löschwasser wird abgesaugt“, erklärte der Einsatzleiter.

Während der Anfahrt zum Brandort kam es auf der L 24 von Oebisfelde in Richtung Bösdorf zu einem weiteren Zwischenfall. Das mit drei Feuerwehrleuten besetzte Leiterfahrzeug der Oebisfelder Wehr kam in Höhe der Verkehrsinsel nach links von der Fahrbahn ab und auf der Beifahrerseite auf einem Grundstück zum Liegen. Dabei wurden mehrere Zäune und Pfosten beschädigt. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt, ein weiterer vorsorglich zur Untersuchung nach Gardelegen ins Krankenhaus gebracht. Beide konnten noch am Abend wieder entlassen werden.

Für die Oebisfelder Wehr war der Einsatz gegen 21 Uhr beendet. Zuvor wurde das Fahrzeug mit der Drehleiter, das nun im Feuerwehrdepot steht, durch einen Bergungsdienst aufgerichtet. Ob die Drehleiter repariert werden kann oder ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden ist, wird ein Fachmann klären müssen.

Unklar ist derzeit auch noch die Brandursache. Die Polizei, die von einer Schadenshöhe von 45 000 Euro ausgeht, hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bis zu zehn Mitglieder der Ortswehr Gehrendorf hielten bis gestern früh um 6 Uhr Brandwache. Denn immer wieder züngelten Flammen aus dem Gemäuer, mussten Glutnester mit Wasser gelöscht werden. Wehrleiter André Wolter brachte gestern nach wenigen Stunden Schlaf, die bei der Brandbekämpfung zum Einsatz gekommenen Schläuche und Atemschutzgeräte zur Überprüfung in das Feuerwehrtechnische Zentrum des Bördekreises nach Haldensleben.

Von Renate Heinze

Scheune in Gehrendorf lichterloh in Flammen

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