Keine Chance für Radweg auf Bahntrasse

Ideen für größeren Besucheransturm im Naturpark: Mit Boot und Bike in den Drömling

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Um den Drömling besser und vor allem einheitlicher zu vermarkten, wurde das Tourismuskonzept erstellt. Neben der Untersuchung zum bisherigen Angebot stehen dabei Ideen für die Zukunft im Mittelpunkt.

Drömling. Der Drömling als Ausflugsregion wird vor allem von den Einheimischen genutzt. Das ist ein Fazit, zu dem das beauftragte Planungsbüro für das Tourismuskonzept für den Drömling gekommen ist.

Es gibt zwar ausgewiesene Rad- und Reitwege, diese sind aber meist schlecht beschildert, da sich die Einheimischen auch ohne Schilder im Niedermoorgebiet zurechtfinden, hat die Studie ergeben. Auch die Übernachtungszahlen wurden analysiert und zeigen, dass der Naturpark eher von Tagestouristen besucht wird. Große Besuchermagneten gibt es dabei bislang nicht.

Das soll sich ändern, wenn erst die Vorschläge und Projekte des Konzeptes umgesetzt worden sind. Und es sind eine Menge Ideen zusammengekommen. Neben den Leitprojekten des Tourismuskonzeptes, in denen es um die Schaffung einer Tourist-Information, die Ausweisung eines Drömlingsradwegs und die Steigerung des Bekanntheitsgrades des Drömlings als Tourismusregion generell geht, gibt es weitere Projekte, die im Rahmen der Arbeitsgruppen des Tourismuskonzeptes entwickelt wurden.

Dazu gehören neben theoretischen Aufgaben wie der Weiterführung der Gästebefragung, der Einbindung der Reha-Klinik in Flechtingen und der Zertifizierung von Gästeführern auch konkrete Ideen, zum Beispiel Wegebaumaßnahmen. So sollen im Bereich Oebisfelde zwischen Buchhorst und Weddendorf Radwege neben dem Kopfsteinpflaster des Wolmirshorster Weges und des Weddendorfer Damms entstehen. Im Bereich Mieste ist die Instandsetzung des Weges am Wilhelmskanal östlich der L 20, der Ausbau des Splittweges neben der ICE-Trasse bis zum Bahnhof Miesterhorst und der Ausbau des Schnabelwegs in Miesterhorst geplant. Auch ein Radweg neben dem Kopfsteinpflasterweg von Dannefeld nach Peckfitz sowie ein Ländlicher Weg zur Kolonie Himmelreich sind gewünscht. Im Bereich Klötze steht ein Radweg am Steimker Heuweg südlich vom Hahnenberg bei Kunrau ebenso auf der Wunschliste wie ein Radweg entlang der L 22 von Röwitz nach Buchhorst sowie der Ländliche Wegebau von Böckwitz zum Jahrstedter B-Turm am Grenzlehrpfad. Insgesamt, so die Ergebnisse der Untersuchungen, müssen die vorhandenen und neuen Radwege besser ausgeschildert werden. Im Bereich Oebisfelde soll zudem der Ohre-Radweg wiederbelebt werden sowie eine Wegeverbindung von Oebisfelde in Richtung Calvörde geschaffen werden.

Aufgenommen in die Projektliste wurden Ideen wie eine Fahrradausleihstation am Wegenstedter Bahnhof sowie die Anbindung des Drömlings an die Fahrgastschifffahrt auf dem Mittellandkanal. Unter dem Motto „Boot und Bike“ könnten aus Haldensleben oder Wolfsburg Touristen mit dem Ausflugsschiff zu neu geschaffenen Anlegestellen im Drömling kommen und von dort mit dem Rad die Natur erkunden. Um das Radfahren beliebter zu machen, sind das Anradeln oder Radtouren mit Prominenten in die Ideenliste aufgenommen wurden. Die Idee, die ehemalige Bahnstrecke von Oebisfelde nach Klötze zu einem Radweg auszubauen, wird schon im Konzept wieder verworfen. Denn: „Die Schienen sind bereits abgebaut, die Kooperation mit der Deutschen Bahn ist schwierig, eine Radfahrtrasse von der DB nicht erwünscht“, heißt es in einem Hinweis zu diesem Vorschlag.

Neben Radfahrern wird auch auf Reiter das Augenmerk gelegt. „Rund ums Pferd“ könnten Angebote ausgebaut werden, um unter anderem das Wanderreiten zu etablieren. Eine weitere Idee ist der Aufbau einer Wanderreitstation in einem ehemaligen Kuhstall in Rätzlingen, wo Pferde- und Futterboxen installiert werden könnten.

Beim Thema „kulinarische Genüsse“ reicht die Bandbreite der Ideen von Sitzgelegenheiten neben dem Jahrstedter Räucherofen, um Räucherfisch direkt vom Vermarkter zu genießen, bis zu Biofleisch von Galloway-Rindern aus Rätzlingen und dem Klötzer Bienenlehrfpad. In Velsdorf könnte ein leer stehendes Gehöft zu einem Café ausgebaut werden, in Etingen ist barrierefreier Urlaub für Menschen mit Behinderungen geplant. In Breitenrode könnten in der ehemaligen Grenzkaserne Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden, in Jahrstedt möchte Dr. Jürgen Meyer-Roschau eine Kleinbrauerei einrichten. Ein Großteil dieser Ideen hat sich schon im alten LAG-Konzept der Aktionsgruppe „Rund um den Drömling“ wiedergefunden und steht auch in der Prioritätenliste für die neue Förderperiode.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ideen ist der Ausbau des Kulturangebots im Drömling. Dazu gehören anspruchsvolle Vorträge und Programme, so könnte zum Beispiel der Zusammenhang von Loriot und der Oebisfelder Burg beleuchtet werden. Ausstellungen von örtlichen Malern, die Verknüpfung von Heimatkultur und Moderne sind weitere Vorschläge. Ebenso ist geplant, das Kunrauer Schloss als „Kulturhaus für die Region“ aufzuwerten. Der Kultur Klub Drömling in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling hat dazu bereits einen Anfang gemacht, in dem Konzerte und die Kultursonntage im vergangenen und diesem Jahr etabliert wurden.

Bestandteile der Ideenliste sind die Kulturkirche Altmark in Immekath, die Umgestaltung des Gaus’schen Parks in Klötze, der Bau einer Wassertretstelle in Immekath, die Sanierung der Oebisfelder Sumpfburg, die Neugestaltung des Parks im Oebisfelder Ortsteil Lockstedt als Attraktion am Allerradweg, die Umgestaltung der Wassensdorfer Badekuhle, die Anlage eines Parkplatzes an der Flachwasserzone in Mannhausen, die Errichtung einer Aussichtsplattform am Elsebecker Drömling, eine neue Informationstafel am Schöpfwerk in Buchhorst und die Anlage eines Flachgewässers am Beobachtungsturm im Jercheler Drömling.

Ob und welche der Ideen umgesetzt werden können, hängt vor allem davon ab, ob finanzielle Mittel für die Projekte zur Verfügung stehen. Deshalb stehen viele der Vorhaben nicht nur im Tourismuskonzept, sondern auch in den Haushalten der beteiligten Kommunen und auf der Prioritätenliste der LAG Rund um den Drömling.

Von Monika Schmidt

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