Landwirtschaftsausstellung ist schon geschlossen / Kein Nachfolger für Ingrid Schumann in Sicht

Böckwitzer Museum vor dem Aus?

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Das Tor zum Museum in Böckwitz ist fest verschlossen. Nicht nur, weil gerade Winterpause ist. Vorsitzende Ingrid Schumann (kl. Bild) steht derzeit ohne Hilfe da. Der Ortschaftsrat möchte die Stadt um Unterstützung bitten.

Böckwitz. „Ich stehe ganz alleine da“, berichtete Ingrid Schumann, Vorsitzende des Böckwitzer Museumsvereins, im Jahrstedter Ortschaftsrat. Dort kündigte die Böckwitzerin an, dass sie sich nicht mehr um die Pflege des Ehrenmals im Ort kümmern könne.

Seit sechs Jahren übernimmt sie diese Aufgabe, müsse sich jetzt aber zurückziehen. „Ich schaffe das nicht mehr“, erklärte sie. Zumal es für die Bepflanzung und Pflege auch kein Dankeschön gegeben habe. Dabei sei es für die Seniorin gerade an heißen Sommertagen ein großer Aufwand, Gießwasser vom Backhaus bis in den Rundling zu schaffen, um die bepflanzten Schalen zu bewässern.

Auch für die Fortführung des Museums sieht die Vorsitzende wenig Licht am dunklen Himmel. „Es gibt wohl keine Maßnahmen mehr“, hatte die Vereinsvorsitzende in Erfahrung gebracht. Ganz ohne ABM-Kräfte sei die Arbeit für sie allein aber nicht zu bewältigen. Als erste Konsequenz daraus, ist die Landwirtschaftsausstellung bereits geschlossen worden. Im Museum werde nur noch die Grenzausstellung den Besuchern gezeigt und erläutert. „Im Winter mache ich gar nichts“, kündigte Ingrid Schumann an. Erst im April beginne die Saison wieder. Bis dahin müsse abgewartet werden, wie sich die personelle Situation entwickelt. Auch von Seiten der Vereinsmitglieder gibt es altersbedingt nur wenig Unterstützung. Dass sich die Jüngeren nicht für das Thema Grenze interessieren, war schon bei der Grenzfeier im November aufgefallen, an der nur Ältere teilgenommen haben. „Es ist traurig“, bedauerte Ingrid Schumann.

Die Mitglieder des Jahrstedter Ortschaftsrates und Karl-Heinz Schmidt, der als Einwohner an der Sitzung teilnahm, sorgten sich um den Fortbestand des Museums, das einen wichtigen Teil der deutsch-deutschen Geschichte bewahrt. „Wenn es für Ingrid Schumann keinen Nachfolger gibt, geht das alles den Bach runter“, befürchtete Schmidt. „Es wäre schade, wenn das aufhört“, hatte auch Ingrid Schumann wenig Hoffnung, dass sich nach ihr noch jemand für das Museum engagiert. Trotzdem bereitet sie derweil schon die Veranstaltungen des Jahres vor. So soll es nach der Saisoneröffnung am 2. April bereits am 24. April ein Frühlingsfest geben. Händler, die ihre Waren dabei präsentieren wollen, können sich im Museum unter Tel. (0 39 008) 8 00 45 melden.

Ronny Bratke, der stellvertretende Ortsbürgermeister von Jahrstedt, schlug vor, die Stadt Klötze um Hilfe zu bitten. „Wir sollten bei der Stadt fragen, wie sie sich zum Museum positioniert“, regte er an. Es müsse geklärt werden, ob die Einrichtung weiter Bestand haben soll. „Wenn nicht, dann müssen wir uns davon trennen. Dann brauchen wir es nicht aufrechtzuerhalten, denn wer soll es dann machen?“, fragte Ronny Bratke.

Von Monika Schmidt

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