Fred Braumann überzeugt den Oebisfelder Ortschaftsrat

Biosphärenreservat Drömling: „Das stärkt den Standort“

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Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz sollen im Biosphärenreservat unter einen Hut gebracht werden. Der Sitz in der Allerstadt könnte Oebisfelde Vorteile bringen.

Oebisfelde. Ganz genau verstanden die Mitglieder des Oebisfelder Ortschaftsrates nicht, warum sie sich noch einmal einen Vortrag über das Biosphärenreservat (BR) anhören sollten. „Der Stadtrat wollte das so“, erklärte Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch.

Fred Braumann zerstreute die Bedenken.

Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung, verzichtete am Dienstagabend im Burgverbinder auf die Multimedia-Show. „Das hatten wir ja schon“, so Braumann. Stattdessen stellte er den Drömlingskurier vor, in dem alle Eckpunkte der geplanten BR-Ausweisung aufgelistet sind. Nur die Stellungnahmen aus Wolfsburg und Oebisfelde-Weferlingen fehlen noch, berichtete Braumann. Alle anderen Kommunen haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Bis Ende Oktober ist er mit seiner Vortragsreise durch die Oebisfelder Ortschaftsräte fertig, dann könnte der Stadtrat den Beschluss im November oder Dezember auf die Tagesordnung nehmen, so der Wunsch des Naturparkleiters.

In der Diskussion mit den Ortschaftsräten räumte Braumann mit Vorbehalten auf, die die Mitglieder größtenteils vom Hörensagen kannten. „Die Bevölkerung scheint das nicht zu wollen“, sagte beispielsweise Karsten Schindler (CDU). Deshalb sei er nicht überzeugt und könne seine Zustimmung nicht geben.

Angela Leuschner (SPD) hatte Skepsis vor allem bei den Landwirten wahrgenommen. Fred Braumann erwiderte, dass die Bauernverbände in das Eckpunktepapier involviert waren und dass es im BR ein eigenes Beratungsmanagement für die Landwirte im Drömling geben soll. Außerdem ist eine feste Stelle für den Tourismus geplant, die ebenfalls bei der BR-Verwaltung angesiedelt werden soll. Sitz dieser Verwaltung werde im Übrigen Oebisfelde, so sei es auch mit Niedersachsen abgestimmt, erinnerte Fred Braumann weiter. „Das stärkt den Standort Oebisfelde“, betonte Braumann.

Während andere Kommunen, wie beispielsweise Klötze und Gardelegen auch die Orte als Entwicklungszonen in das Schutzgebiet aufgenommen haben, will Oebisfelde das Gebiet so klein wie möglich halten. „Ich kann mich als Schutzgebietsleiter natürlich nur für das Schutzgebiet einsetzen“, machte Fred Braumann am Beispiel des Hochwasserschutzes für den Landgraben deutlich. Wenn Oebisfelde die Ortslage nicht mit ins Gebiet nimmt, seien ihm mit seinen Verbindungen zu den Landesbehörden die Hände gebunden.

Überzeugt hat Fred Braumann den Ortschaftsrat letztendlich mit dem Argument des Radwegebaus. „Aus Breitenrode-Grafhorst könnte man ein Modellprojekt machen“, deutete der Naturparkleiter an, wie die länderübergreifende Zusammenarbeit funktionieren könnte.

Der Oebisfelder Ortschaftsrat stimmte mit acht Ja-Stimmen und vier Enthaltungen für das Biosphärenreservat.

Von Monika Schmidt

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