Mirko Rathke verbringt eine Malwoche in Steimke / Sonnenblumen im Visier

Ein Bild direkt aus der Natur

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Ein Maler mitten im Sonnenblumenfeld: Mirko Rathke verbringt eine Malwoche in Steimke und ließ sich von der Landschaft inspirieren. Die Konturen des Bildes werden mit einem feinen Pinsel gezeichnet.

Steimke. In regelmäßigen Abständen besucht der Leipziger Maler und Kinderbuchautor Mirko Rathke seine alte Heimat, die Altmark.

„Hier finde ich das im Überfluss, was es woanders kaum gibt, nämlich die üppige Natur“, sagt der Künstler, der 1997 die Altmark zum Studium in Richtung Hamburg verließ.

Seit 2001 ist er als Maler und Kinderbuchillustrator freiberuflich tätig, seit 2005 lebt er in Leipzig. „Mehrmals im Jahr besuche ich Freunde und Orte in der Altmark. Sie geben mir Kraft und stärken mich“, sagt Mirko Rathke am Rande eines Sonnenblumenfeldes bei Steimke.

Zufällig sind wir uns begegnet. Ich war gerade auf dem Heimweg, fuhr durch Steimke, da fiel mir dieser junge Mann auf, mit schwarzem Hut, „Musikstöpseln“ in den Ohren, einer mobilen Staffelei und einer Tüte mit Farben in der Hand. „Den kennst Du doch, das ist doch Mirko“, dachte ich, fuhr zurück und da erkannte er mich auch. Schnell kamen wir ins Gespräch.

Vor einer Woche hatte Mirko in Wolfsburg zu tun, nun ist er für eine Woche in der Altmark, um sich beim Malen in der Natur zu entspannen und um verschiedene „Farbrecherchen“ durchzuführen. „Ich höre gerade Gerhard Kreuzer, er hat Heinrich Heine vertont“, schwärmt Mirko Rathke. Bei der Pfarrersfamilie Bärbel und Bernd Schulz in Steimke lebt er in dieser Woche. Kennengelernt haben sie sich vor vielen Jahren, als Mirko bei der Kirche in Kusey seine Zeit als „Zivi“ verbrachte.

„Die alte Eiche in Steimke habe ich schon gemalt aber ohne das Ganze drum herum, sie soll als Ganzes wirken“, sagt der Künstler und erzählt weiter. „Gestern war ich im Drömling, zwischen Röwitz und Buchhorst unterwegs. Gleich an der ersten Linkskurve bin ich geradeaus gegangen. Da sind mir beispielsweise Mutterkühe mit ihren Kälbern begegnet. Da ich in der Altmark-Zeitung gelesen hatte, wie viele Störche es im Drömling gibt, kamen mir gleich Ideen für ein Bild. Ich malte die Drömlingslandschaft. Am Rand eines Grabens befindet sich eine Froschbadeanstalt. Daneben, im Graben, badet ein Storch und sagt zu seiner am Ufer stehenden Frau, sie möge ihm mal das Handtuch reichen. Interessiert beobachten die Kühe und Kälber das Geschehen.“ So beschreibt Mirko Rathke das Bild, das später einmal ein Kinderbuch illustrieren könnte.

In Steimke widmet er sich nun den Sonnenblumenfeldern in Richtung Jahrstedt. Am Feldrand stellt er die Staffelei auf, bringt verschiedene Acrylfarben auf seine Palette, die auch gleich zum richtigen Farbton gemischt werden, um das Sonnenblumenfeld nebst blauem Himmel und einem Maler auf Papier zu bringen. „Ich finde, dass Menschen oder Tiere die Landschaft beleben, sie viel intensiver erscheinen lassen. Darum nutze ich meine künstlerische Freiheit um etwas Witziges und Schönes in das Bild einzuarbeiten“, erzählt der Künstler.

Von Wolfram Weber

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