Eigenheim oder Hochwasserschutz: In Immekath kollidieren Erosionsschutz und Bauvorhaben

Behörden planen aneinander vorbei

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An der Dönitzer Straße in Immekath sollen gegenüber vom Friedhof Eigenheime entstehen. Bei Starkregen läuft trotz einer Mulde das Wasser vom Acker über die Straße.

Immekath. An der Dönitzer Straße in Immekath, auf der Fläche gegenüber des Friedhofs, sollen zwei Eigenheime neu gebaut werden. Die Planung beschäftigt die Stadtratsmitglieder schon eine Weile.

Im Hauptausschuss stellte Planer Frank Philipp nun die Entwürfe für den B-Plan vor. Anschließend gibt es eine erneute Trägerbeteiligung. Dass diese unbedingt nötig sei, darauf machte der Ristedter Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Beckmann aufmerksam. Denn er vermisste in den Unterlagen eine Lösung, wie mit der Hochwasserproblematik umgegangen werden soll. Beckmann ist im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft des Immekather Bodenordnungsverfahrens und wunderte sich, dass von den Plänen des Erosionsschutzes in den Stellungnahmen nicht die Rede war.

Vom Regenrückhaltebecken an der Achterstraße mitten über das Nachbargrundstück und weiter lief bei dem Starkregen am 4. September das Wasser.

Erst vor einer Woche hatte es beim Starkregen wieder zahlreiche Überschwemmungen in Immekath gegeben, unter anderem war hinter dem Friedhof Sand und Dreck vom Acker in Richtung Jeetzeniederung – und damit über die beplanten Grundstücke – gelaufen. „Von den Behörden gab es dazu bislang keine Aussagen“, informierte Frank Philipp auf die Anfrage Beckmanns. Das wunderte den Ristedter, denn das Landwirtschaftsamt als Träger des Bodenordnungsverfahrens müsse doch von den Plänen wissen. „Das ALFF ist ein Träger öffentlicher Belange und muss entsprechend Farbe bekennen“, erläuterte der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann. Sache der Stadt sei das nicht. Die Bauherren würden aber wissen, auf was sie sich einlassen, war er überzeugt.

„Der Erosionsplan ist noch nicht beschlossen“, vermutete Hans-Jürgen Beckmann, warum die Pläne noch nicht von den Trägern berücksichtigt wurden. In dem Bereich der geplanten Bebauung an der Dönitzer Straße soll ein Graben oder ein Wall zum Hochwasserschutz entstehen, informierte er über die Pläne der Teilnehmergemeinschaft. Wenn dort aber ein Haus stehe, könne diese Maßnahme nicht mehr umgesetzt werden, vermutete Hans-Jürgen Beckmann. Warum es keine entsprechende Stellungnahme gibt, konnte er sich nicht erklären. Offensichtlich liefen die Planungen bei den betroffenen Behörden aneinander vorbei.

Matthias Mann erinnerte daran, dass der Ortsbürgermeister von Immekath und der Ortschaftsrat schon seit Jahren darauf gedrängt hatten, die Flächen als Bauland auf den Weg zu bringen. Nun habe die Stadt diesen Wunsch in die Tat umgesetzt. Wenn das gegen die Vorstellungen der Teilnehmergemeinschaft sei, in der auch die Ortschaft vertreten ist, sollte noch einmal das Gespräch mit dem Ortschaftsrat gesucht werden, empfahl der Bürgermeister dem Ristedter. Die vorgestellten B-Plan-Entwürfe wurden vom Hauptausschuss einstimmig gebilligt und sind am 21. September noch einmal Thema im Stadtrat.

Im AZ-Gespräch waren auch die vom Immekather Ortschaftsrat kritisierten nicht gepflegten Regenrückhaltebecken Thema. Auch ein Becken, das bewachsen ist, könne seine Aufgabe als Rückhalt erfüllen, erläuterte Matthias Mann. Und das hätten die Becken bei dem Starkregen auch gemacht. Dass trotzdem Wasser übergelaufen ist, sei ein Risiko, mit dem die Grundstückseigentümer in der unmittelbaren Nachbarschaft rechnen müssten.

Von Monika Schmidt

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