Volksbund-Kreisvorsitzender und Ortsbürgermeister legen Gestecke für gefallene Soldaten auf dem Immekather Friedhof nieder

Becker: „Als Ort der Mahnung unbedingt erhalten“

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Dr. Hans-Joachim Becker (l.) und Peter Gebühr legten am Donnerstagabend auf dem Immekather Friedhof fünf Blumengestecke an den Gräbern von deutschen Soldaten nieder, die in den letzten Kriegstagen bei Gefechten mit amerikanischen Truppen ums Leben kamen.

mit Immekath. Die fünf Kriegsgräber von vier namentlich bekannten und einem unbekannten deutschen Soldaten auf dem Immekather Friedhof sollen wieder ein würdevolles Antlitz erhalten. Darin waren sich Dr.

Hans-Joachim Becker aus Gardelegen, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Immekaths Ortsbürgermeister Peter Gebühr am Donnerstagabend einig. Die Zusammenkunft nutzen die beiden, um im Auftrag der Angehörigen eines der dort bestatteten Gefallenen fünf Gestecke mit weißen Chrysanthemen niederzulegen.

Becker betonte, wie wichtig es sei – gerade auch in der heutigen Zeit, in der viele scheinbar vergessen hätten, was Krieg und Gewalt bedeuten – diesen Ort der Mahnung zu erhalten. Zu DDR-Zeiten sei zwar viel der Opfer des Faschismus gedacht worden – die deutschen Soldaten, die ihr Leben geopfert haben, waren jedoch nicht nur tot, sie wurden auch tot geschwiegen, so der Kreisvorsitzende.

Becker wies nicht nur darauf hin, dass gefallene Soldaten laut Genfer Konventionen ewiges Ruherecht haben, sondern auch, dass die Landesverwaltung pro Grab und Jahr 20 Euro für die Unterhaltung – im Falle Immekaths also 100 Euro – bereitstellen würde. Aus Denkmalschutzgründen müssten bei einer vom Ortschaftsrat anvisierten Neugestaltung die alten Holzkreuze auf jeden Fall erhalten bleiben, so der Gardelegener. Wünschenswert wäre zudem, dass die Umstände um den Tod der Soldaten aufgearbeitet und für die Nachwelt erhalten werden – eventuell über ein Schülerprojekt.

Wie die Anlage umgestaltet werden könnte, steht derweil noch nicht fest. Dass die wuchernden Lebensbäume vor den Gräbern verschwinden sollen, sei aber bereits beschlossen, so der Immekather Ortschef. Während der Ortschaftsratssitzung in der kommenden Woche soll weiter über das Thema beraten werden.

Der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhält und betreut Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland. Er pflegt die Gräber von über 2,6 Millionen Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs auf 832 Friedhöfen in 45 Ländern. Ferner werden Friedhöfe und Denkmäler der deutschen Kolonialzeit, des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 sowie der deutsch-dänischen Kriege von 1848/51 und 1864 gepflegt.

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