Wohnungsbaugenossenschaft investiert Am Hegefeld / Grundmieten steigen ab 1. April

Balkone gegen den Leerstand in Klötze

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Anfang März rücken die Bauarbeiter am Wohnblock Am Hegefeld 18-20 an. Bis Mai sollen alle 24 Wohnungen Balkone erhalten – ähnlich denen, die die Wohnungsbaugesellschaft 2015 an der Salzwedeler Straße errichten ließ (Foto l.). Die Wohnungsbaugenossenschaft erhofft sich davon, dass der Block künftig wieder voll vermietet sein wird.

Klötze. Sie bedeuten nicht nur Ausfälle auf der Einnahmenseite, sondern bringen auch noch Kosten mit sich – leerstehende Wohnungen sind ein Ärgernis für jeden Großvermieter.

15 bis 20 Prozent beträgt laut Heike Meise, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft (WG) Klötze, die Leerstandsquote, mit der nahezu alle Wohnungsbaugenossenschaften in der Altmark zu kämpfen haben. Die Klötzer WG bewegt sich mit seit etwa zwei Jahren konstanten 20 Prozent am oberen Ende dieser Spanne. Bei der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) sind es laut Bürgermeister Matthias Mann rund 18 Prozent.

Um dem Leerstand entgegenzuwirken, will die Genossenschaft in diesem Jahr verstärkt in den insgesamt 601 Wohneinheiten umfassenden Bestand investieren. So sind neben 360 000 Euro für Instandhaltungen im Zuge von Neuvermietungen – die Fluktuationsquote beträgt immerhin 9,2 Prozent – auch Modernisierungsmaßnahmen in Höhe von 323 000 Euro geplant. Diese fließen in erster Linie in insgesamt 24 neue Balkone für den Wohnblock Am Hegefeld 18-20. „Die Mieter freuen sich schon sehr darauf“, sagt Heike Meise, die aus Erfahrung weiß, dass sich für die leerstehenden Wohnungen des Objekts wohl auch bald Mieter finden werden. „Balkone sind sehr gefragt – im Hegefeld sind alle Wohnungen mit Balkon vermietet“, erklärt die Geschäftsführerin zuversichtlich im Gespräch mit der AZ. In den nächsten Jahren sollen noch weitere Wohnblöcke Balkone erhalten. „Aber mehr als ein Block pro Jahr ist nicht drin.“

Weiterhin will die WG 2016 in neue Wechselsprechanlagen investieren. Bei den Wohnungen An der Wasserfahrt sind diese bereits vorhanden, Am Hegefeld, am Zichtauer Weg und rund um die Friedensstraße wird die Technik in den kommenden drei Jahren nachgerüstet. Die Modernisierungen werden aus Eigenmitteln finanziert, eine Aufnahme von Darlehen sei nicht vorgesehen, so Meise.

Nicht nur Mieter von modernisiertem Wohnraum müssen ab 1. April tiefer in die Tasche greifen. Erstmals seit zehn Jahren wird die WG ab dem übernächsten Monat die Grundmieten aller Wohnungen anpassen. „Hierzu wurde ein Mietwertgutachten von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erstellt“, erläutert Heike Meise, die darauf hinweist, dass es dabei nicht nur um den Zustand einer Wohnung, sondern auch um die Beliebtheit der Wohnlage gehe. Derzeit reiche die Preisspanne der Grundmiete von 3,90 bis 4,95 Euro je Quadratmeter. Die Erhöhung sei für die Genossenschaft unausweichlich, um wirtschaftlich arbeiten und notwendige Instandhaltungsarbeiten ausführen zu können, so Heike Meise.

Im vergangenen Jahr hatte die Wohnungsbaugenossenschaften Klötze insgesamt 366 684 Euro in das Instandhalten und Herrichten von Wohnungen investiert.

Von Matthias Mittank

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