Landrat rechnet bis Jahresende mit 500 Asylbewerbern / Neue Standorte derzeit nicht in der Planung

Asylanten-Zustrom reißt nicht ab

Klötze. Der Zustrom von Asylanten und Bürgerkriegsflüchtlingen wird im Altmarkkreis Salzwedel auch in den nächsten Jahren nicht abreißen.

Davon geht Landrat Michael Ziche aus, der sich gestern mit den Hauptverwaltungsbeamten des Altmarkkreises in der evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze zur Frühjahrskonferenz traf. Die Aufnahme und Unterbringung von Asylanten war eines der Hauptthemen der Zusammenkunft.

Derzeit gebe es kreisweit rund 415 Asylbewerber, pro Monat kämen durchschnittlich 39 hinzu. Anfang des Jahres seien es noch 52 gewesen, so Ziche. Durch die Ablehnung von Anträgen, beispielsweise bei Menschen, die aus als sicher eingestuften Herkunftsländern wie Serbien oder dem Kosovo kommen, oder durch das Erteilen von Aufenthaltsgenehmigungen würden zwar ständig Asylbewerber aus dem Verfahren ausscheiden – die Zahl derer, die neu hinzukommen, sei jedoch derzeit noch höher. Bis Jahresende rechnet der Landrat deshalb mit bis zu 500 Asylanten, die kreisweit untergebracht werden müssen. Der Altmarkkreis favorisiere dabei weiterhin eine dezentrale Unterbringung mit Standorten, die über ÖPNV, Ärzte, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten verfügen.

Der Kreis sei dabei auf die Hilfe der Gemeinden angewiesen, mit denen, wie der Landrat betonte, eine gute Zusammenarbeit bestehe. So konnten in Salzwedel, Gardelegen, Pretzier, Kalbe und zuletzt in Mieste Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet werden. „Weitere Standorte“, so erklärte Ziche auch mit Blick auf Klötze, seien „derzeit nicht in der Planung“

Reaktionen von Miester Einwohnern, die im Rahmen einer Infoveranstaltung mehr darüber erfahren wollten, wie sie helfen können, machen dem Landrat Mut, dass es Probleme wie in Tröglitz, wo ein Flüchtlingsheim angezündet wurde, in der westlichen Altmark nicht geben werde.

Von Matthias Mittank

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