Grandioses Konzert im Kunrauer Schlosskeller gemeinsam mit Ina Boo

Anne Haigis singt sogar Heintje

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Ihre Stimmen passen perfekt zueinander: Anne Haigis (l.) und Ina Boo boten im Kunrauer Schlosskeller eine ganz bunte Palette deutsch- und englischsprachiger Musik, von Heintjes „Ich bau dir ein Schloss“ bis „Waltzing Mathilda“.

Kunrau. Schon lange hatten sich die Fans auf dieses Konzert gefreut, am Samstagabend war es dann endlich so weit: Anne Haigis und Ina Boo gastierten auf Einladung des Kulturklub Drömling (KKD) im Kunrauer Schlosskeller.

Mit Spielfreude und Leidenschaft nehmen die beiden Vollblutmusikerinnen ihr Publikum mit auf eine Reise durch die Schaffensepochen von Anne Haigis. Oft erinnert die Stimme der Protagonistin an Janis Joplin – und hat doch einen ganz eigenen Stil. Von sanft und leise bis turbulent und in Extase – das Stimmenspektrum der Künstlerin ist sehr vielschichtig. Ina Boo passt bestens dazu. Aura, Stimme und Ausstrahlung der beiden Musikerinnen ergänzen sich, harmonieren fantastisch und ergreifen sofort das Publikum. Egal ob „Kind der Sterne“, ein Song von Wolf Maahn, oder „Immer wieder Du“ von Tony Carey, das Publikum war textsicher und sang lautstark mit.

Das Publikum im Kunrauer Schlosskeller war von Anfang an voll dabei und bewies große Textsicherheit.

Zwischen den Songs erzählte Anne Haigis aus ihrem Leben, von der Entdeckung durch Wolfgang Dauner über ihren Werdegang und den musikalischen Wandel, vom Jazz zum Rock, Pop und Blues, von ihren Erlebnissen in den 80er und 90er Jahren bis heute. Eine große Ehre sei es für sie gewesen, so erzählt sie, am Gedenktag für Trude Herr mitwirken zu dürfen. Ihr zu Ehren sang sie das Lied „Nacht aus Glas“, das auch beim Konzert in Kunrau nicht fehlen durfte.

1991 entstand gemeinsam mit Tony Carey und Eric Burdon der Song „No man’s land“, ein Lied zum Thema Fliehen und Flucht – ein Thema, das heute immer noch aktuell ist und deshalb auch am Sonnabend seinen Platz im Konzert bekam.

Jacke über und ab zum Autogramme geben: Die beiden Künstlerinnen waren total natürlich, ohne Allüren und zeigten sich von der Atmosphäre im Schlosskeller begeistert.

Für ein Projekt sollte Anne Haigis ihr erstes Lied, das sie „auf Schallplatte“ hatte, und den ihrer Meinung nach besten Song in eigener Interpretation vorstellen, erzählte die Künstlerin. Das sei ihr damals ein bisschen peinlich gewesen, denn die erste Platte war von Heintje: „Ich bau dir ein Schloss“. Der beste Song, der je geschrieben wurde, ist nach Ansicht von Anne Haigis „Waltzing Mathilda“ von Tom Waits. Natürlich durften diese Titel in Kunrau ebenfalls nicht fehlen. Stehende Ovationen für das brillante Künstlerduo waren die Folge. Für das Publikum gab es tolle Songs als Zugabe. Sichtlich begeistert von der tollen Stimmung im Schlosskeller verabschiedeten sich Anne Haigis und Ina Boo unplugged, mitten im Raum stehend und ohne Mikrofon singend, von ihrem Publikum. Nach gut zwei Stunden endete ein Konzert der Extraklasse.

„Ich weiß gar nicht, wie wir das noch toppen sollen“, bilanzierte ein sichtlich faszinierter und gerührter Cheforganisator des Abends, Kulturklub-Vorsitzender René Schneider, nach dem gelungenen Auftritt.

Von Wolfram Weber

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