Klötzes Bürgermeister Mann weist Kritik zurück: „Viel investiert“

Grünpflege: Kuseyer fühlen sich von der Stadt benachteiligt

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In Klötze blühen die Blumen, in Kusey nur das Unkraut an der Straße, ist einer von vielen Kritikpunkten aus Kusey.

Kusey/Klötze. „In Klötze tut sich was, in Kusey nichts“ – ein altes Thema wurde im Kuseyer Ortschaftsrat am Dienstagabend im Ortsbüro neu aufgewärmt, wo Rat und diesmal vor allem Einwohner zum Rundumschlag ausholten.

So hatte Andrea Gädicke, die zuvor betonte, „dass das kein Meckern oder Nörgeln“ sei, eine ganze Liste für die Einwohnerfragestunde mitgebracht. Vor allem mit der Grünflächenpflege durch die Stadtwirtschaft zeigte sich die Kuseyerin unzufrieden. Auch der Friedhof sehe „fatal“ aus, auf dem Pfarrgrundstück liege Müll. Dass sich ein zuvor geplanter Lärmschutzwall für einen neuen Landmaschinen-Stützpunkt plötzlich nicht mehr in den Plänen wiederfindet, merkte sie ebenfalls an. Bereits jetzt sei der Lärm im Gewerbegebiet „nicht auszuhalten“. Auch der Verkehr sei eine Belastung. Traktoren „ballern“ über den ungenutzten Bahnübergang, an die 50er Begrenzung halte sich keiner, so Andrea Gädicke, die sich einen festen Blitzer wünsche.

Kuseys Ortsbürgermeister Klaus Vohs erklärte daraufhin, dass es für Kusey keinen Sinn mache, eine Wunschliste aufzustellen – es werde ja eh kaum etwas davon erfüllt. Dinge, die vom Ortschaftsrat angemerkt und letztlich erledigt wurden, seien an einer Hand abzählbar, so Vohs.

Einwohnerin Karin Schulz konnte dem voll zustimmen. Nichts von dem, was sie je im Ortschaftsrat vorgebracht hatte, habe etwas gebracht, so die Kuseyerin. „Es ändert sich nichts“, zweifelte sie am Sinn des Gremiums. Der Lkw-Lärm sei so unerträglich, dass Tag wie Nacht die Fenster geschlossen bleiben müssten. Ständig stehe die Polizei mit dem Blitzer in Kunrau und in Klötze – „Warum nicht hier?“ Lediglich die Einrichtung einer zusätzlichen Bushaltestelle in Kusey habe letztlich mit viel Engagement vor Ort geklappt.

Ratsfrau Karina Langleist kritisierte den Zustand der Grünfläche vor dem Röwitzer Friedhof, die in diesem Jahr noch nicht einmal gemäht worden sei. Einwohner hätte das nun übernommen – „eine kleine Anerkennung wäre schön“, so die Röwitzerin. Einwohnerin Angelika Schroeder war zudem aufgefallen, dass es in Klötze Blumeninseln gebe. Welche Möglichkeiten Röwitz diesbezüglich hat, wollte sie wissen.

Dass die Klötzer Blumeninseln mit Spenden aus der Bevölkerung zusammenhängen, erklärte Klötzes Bürgermeister Matthias Mann im Ortschaftsrat.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann, Gast während der Sitzung, konnte die Kritik der Kuseyer „so nicht stehen lassen“. Viel sei zuletzt investiert worden, unter anderem in die Gaststätte „Brauner Hirsch“, in die Sportstättenförderung oder in den ländlichen Wegebau im Zuge des Windpark-Baus. Für die schleppende Rasenmahd, für die er sich nur entschuldigen könne, seien auch eine Woche Dauerregen, zwei Dauerkranke in der Stadtwirtschaft und ein beim Großbrand einer Klötzer Werkstatt verlorengegangener Traktor schuld.

Ob und wann ein Wunsch erledigt werde, sei ein Prozess, in dem die Interessen von 24 Ortsteilen abgewägt werden müssten. Für die Zukunft wünschte sich das Stadtoberhaupt ein „Verhandeln auf Augenhöhe“. Bei Landesbehörden hätte er keine Chance, wenn er so auftreten würde, wie im Kuseyer Rat diskutiert werde. „Die würden mich gar nicht mehr reinlassen“, so Mann. Was die Ortsbildgestaltung angeht, verwies er auf Blumenspenden in Klötze. „Wenn wir diese hier auch haben, kriegen wir die schon auch gepflanzt“, so der Bürgermeister. Das Angebot, bei Arbeitseinsätzen der Einwohner den Sprit oder die Verpflegung zu übernehmen, stehe seit eh und je. Ein Anruf – im Vorfeld – genüge.

Von Matthias Mittank

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